Senftenberg. Sägen, schrauben, bauen und gemeinsam etwas Bleibendes schaffen: Rund 40 Schülerinnen und Schüler haben in Senftenberg eine Woche lang selbst Hand angelegt und die ersten sichtbaren Elemente für einen neuen Jugendtreffpunkt geschaffen. Auf einer Freifläche an der Briesker Straße entstanden beim Baufestival zehn markante Holzkonstruktionen, die künftig Teil eines größeren Freizeitgeländes werden sollen. Basketball, Volleyball, ein Bolzplatz und ein Skaterparcours sind bereits vorgesehen. Bis zur vollständigen Umsetzung werden allerdings noch mehrere Jahre vergehen.

Mit dem Abschluss des Baufestivals ist ein erster Schritt zur Neugestaltung der städtischen Fläche gelungen. Die neu errichteten Sitzgelegenheiten werden bereits von Jugendlichen genutzt und zeigen, welches Potenzial das Gelände als künftiger Treffpunkt besitzt.

40 Schüler bauen zehn Holzkonstruktionen

Eine Woche lang arbeiteten die Jugendlichen gemeinsam mit einem professionellen Bauteam aus Luckenwalde an den ersten Bauelementen. Dabei ging es nicht nur um handwerkliche Tätigkeiten, sondern auch um Zusammenarbeit, Kreativität und die Möglichkeit, die eigene Stadt aktiv mitzugestalten.

Entstanden sind insgesamt zehn überdachte Sitzelemente und Holzkonstruktionen. Mit einer Höhe von jeweils rund 3,50 Metern sind die Bauwerke bereits aus größerer Entfernung sichtbar.

Für die Konstruktionen wurden rund sechs Kubikmeter Holz verarbeitet. Die Anordnung erinnert an einen kleinen Blätterwald. In der Mitte entstand ein Bereich, den die Projektverantwortlichen als „Ort der Demokratie“ bezeichnen.

Die neue Gestaltung soll Aufmerksamkeit auf die bislang ungenutzte Entwicklungsfläche lenken und zugleich verdeutlichen, dass Jugendliche bei der künftigen Nutzung des Geländes mitreden und mitgestalten können.

Schüler zeigt sich stolz auf das gemeinsame Ergebnis

Zu den Teilnehmern gehört Andreas Schneider, der die elfte Klasse des Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg besucht.

Der Schüler beteiligte sich während der gesamten fünf Tage an den Bauarbeiten und konnte unmittelbar erleben, wie aus ersten Ideen ein sichtbares Ergebnis entstand.

„Es ist ein tolles Gefühl zu sehen, was wir hier gemeinsam geschaffen haben und dass der Platz jetzt schon so gut genutzt wird“, berichtet Schneider.

Die ersten fertiggestellten Sitzgelegenheiten werden bereits als Treffpunkt genutzt. Damit erfüllt das Projekt schon vor dem eigentlichen Baubeginn einen wichtigen Zweck: Es schafft einen Ort, an dem Jugendliche zusammenkommen und ihre Freizeit verbringen können.

Basketball, Volleyball und Skaterparcours geplant

Die jetzt entstandenen Holzkonstruktionen bilden lediglich den Auftakt für ein deutlich größeres Vorhaben.

Auf der Fläche an der Briesker Straße soll in den kommenden Jahren ein vielseitig nutzbares Jugendfreizeitgelände entstehen.

Vorgesehen sind unter anderem ein Basketballbereich, ein Bolzplatz und Möglichkeiten zum Volleyballspielen. Zusätzlich soll ein Skaterparcours entstehen.

Auch eine kleine Bühne ist geplant. Sie könnte künftig für kulturelle Veranstaltungen, Auftritte und andere Aktivitäten genutzt werden.

Damit soll ein Freizeitangebot geschaffen werden, das unterschiedliche Interessen berücksichtigt und Jugendlichen sowohl sportliche Aktivitäten als auch gemeinsame Begegnungen ermöglicht.

Die Stadt verfolgt damit das Ziel, einen lebendigen Treffpunkt zu entwickeln, der langfristig von jungen Menschen angenommen und mitgestaltet wird.

Planung beginnt 2027 – gebaut wird ab 2028

Bis zur vollständigen Umsetzung des Freizeitgeländes ist allerdings noch Geduld erforderlich.

Nach Angaben der Stadt Senftenberg soll die detaillierte Planung der gesamten Fläche im Jahr 2027 erfolgen.

Die eigentlichen Bauarbeiten sind für die Jahre 2028 und 2029 vorgesehen.

Das Baufestival dient deshalb bewusst als Zwischenlösung. Statt die Fläche bis zum endgültigen Baubeginn ungenutzt zu lassen, wurde bereits jetzt ein erster Aufenthaltsbereich geschaffen.

Gleichzeitig können die Erfahrungen aus der Nutzung der neuen Sitzelemente in die weitere Entwicklung des Geländes einfließen.

Die Jugendlichen erhalten so nicht nur einen Vorgeschmack auf das künftige Freizeitangebot, sondern erleben unmittelbar, dass ihre Beteiligung konkrete Veränderungen bewirken kann.

Bürgermeister lobt Engagement der Jugendlichen

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer sieht in dem Baufestival ein gelungenes Beispiel dafür, wie junge Menschen in städtische Entwicklungsprozesse einbezogen werden können.

„Ich freue mich sehr, dass Senftenbergs Jugend ihre Zukunft hier so aktiv mitgestaltet“, erklärt Pfeiffer.

Er verbinde damit die Hoffnung, dass das Gelände auch langfristig angenommen werde und sich zu einem lebendigen Treffpunkt innerhalb der Stadt entwickle.

Das Projekt zeigt zugleich, dass Stadtentwicklung nicht ausschließlich durch Verwaltung und Planungsbüros gestaltet werden muss. Gerade bei Freizeitflächen für junge Menschen kann deren frühzeitige Beteiligung dazu beitragen, dass die späteren Angebote den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.

Bund und Land Brandenburg unterstützen das Projekt

Das Baufestival ist Bestandteil der Stadtentwicklung in Senftenberg und wird mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt.

Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Städtebauförderung durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.

Die genaue Höhe der Förderung wird in der Mitteilung der Stadt nicht genannt.

Mit den ersten zehn Holzkonstruktionen ist der Anfang gemacht. Das Gelände an der Briesker Straße soll sich in den kommenden Jahren schrittweise von einer Freifläche zu einem vielseitigen Jugendtreffpunkt entwickeln.

Bereits jetzt zeigt sich, dass die Beteiligung der Jugendlichen mehr ist als ein symbolischer Beitrag zur Stadtplanung. Sie haben selbst gebaut, Verantwortung übernommen und einen Ort geschaffen, den sie unmittelbar nutzen können.