Schwerin. Macht, Leidenschaft, Verrat und ein dramatischer Kampf zwischen zwei Völkern: Mit der französischen Oper „Samson et Dalila“ bringt das Mecklenburgische Staatstheater am Samstag, 17. Oktober 2026, eines der bedeutendsten Werke von Camille Saint-Saëns auf die Bühne. Die Premiere beginnt um 19 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten. Kurz vor der ersten Aufführung musste das Ensemble allerdings erneut eine wichtige Rolle umbesetzen. Nach dem bereits bekannten Ausfall von Gala El Hadidi als Dalila fällt nun auch Brian Davis krankheitsbedingt aus. Für ihn übernimmt Michael Mrosek die Rolle des Oberpriesters des Dagon.

Die Titelrolle der Dalila wird von Alexandra Urquiola gesungen, die bereits zu Beginn der Proben als Ersatz für Gala El Hadidi gewonnen werden konnte. Damit kann die Premiere trotz der personellen Veränderungen wie angekündigt stattfinden.

Das Staatstheater präsentiert die Oper in einer halbszenischen Fassung, bei der die musikalische Gestaltung und die dramatische Wirkung des Werkes besonders im Mittelpunkt stehen.

Zwei wichtige Rollen müssen umbesetzt werden

Die Vorbereitungen auf die Premiere waren von personellen Veränderungen begleitet.

Bereits zu Beginn des Probenprozesses stand fest, dass Gala El Hadidi für die Partie der Dalila nicht zur Verfügung stehen würde. Mit Alexandra Urquiola fand das Theater frühzeitig eine Sängerin, die diese anspruchsvolle Rolle übernehmen konnte.

Nun kommt eine weitere Änderung hinzu.

Brian Davis, der ursprünglich als Oberpriester des Dagon vorgesehen war, kann krankheitsbedingt nicht auftreten. Für ihn springt kurzfristig Michael Mrosek ein.

Die Rolle des Oberpriesters besitzt innerhalb der Handlung besondere Bedeutung. Er gehört zu den Vertretern der Philister und versucht, deren Macht gegenüber Samson und den Israeliten zu sichern.

Das Mecklenburgische Staatstheater bedankte sich ausdrücklich bei Alexandra Urquiola und Michael Mrosek für ihre Bereitschaft, die jeweiligen Partien zu übernehmen.

Gerade bei einer großen Opernproduktion stellen Besetzungsänderungen eine besondere Herausforderung dar. Die Sänger müssen nicht nur ihre musikalisch anspruchsvollen Partien beherrschen, sondern sich auch in das bestehende Ensemble und die künstlerische Gestaltung einfügen.

Eine Geschichte über Macht, Verführung und Verrat

Im Mittelpunkt der Oper steht die biblische Figur Samson.

Er führt die Israeliten im Widerstand gegen die Philister an und wird von seinem Volk als Retter verehrt. Seine außergewöhnliche körperliche Stärke macht ihn zu einem gefährlichen Gegner der herrschenden Philister.

Doch die Gegner erkennen, dass sie Samson nicht allein mit militärischer Gewalt bezwingen können.

Sie setzen deshalb Dalila auf ihn an. Die verführerische Frau soll das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft herausfinden.

Samson verliebt sich in Dalila und vertraut ihr schließlich sein Geheimnis an.

Damit beginnt sein Untergang.

Nachdem er seine Stärke verloren hat, wird Samson gefangen genommen und geblendet. Die Philister demütigen ihn und stellen ihn während einer großen Triumphfeier öffentlich zur Schau.

Doch im Moment seiner größten Erniedrigung findet Samson noch einmal zu neuer Kraft.

Die Geschichte endet mit einem letzten Akt der Vergeltung, der die zerstörerische Dynamik von Gewalt und Gegengewalt besonders deutlich macht.

Camille Saint-Saëns schuf eine der großen französischen Opern

„Samson et Dalila“ gehört zu den bekanntesten Bühnenwerken des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns.

Die Oper entstand im 19. Jahrhundert und verbindet unterschiedliche musikalische Traditionen ihrer Zeit.

Einflüsse der französischen Grand Opéra treffen auf Elemente der Opéra lyrique, das Musikdrama Richard Wagners und oratorische Kompositionsformen.

Diese Verbindung verleiht dem Werk seinen besonderen Charakter.

Einerseits stehen große, dramatische Szenen mit Chor und Orchester im Mittelpunkt. Andererseits lebt die Oper von fein ausgearbeiteten musikalischen Momenten, in denen die Gefühle und inneren Konflikte der Hauptfiguren hörbar werden.

Die beiden Titelrollen gehören zu den anspruchsvollsten Partien des französischen Opernrepertoires.

Sie verlangen von den Sängerinnen und Sängern sowohl dramatische Ausdruckskraft als auch lyrische Gestaltung.

Besonders die musikalischen Begegnungen zwischen Samson und Dalila tragen zur emotionalen Spannung des Werkes bei.

Das Orchester übernimmt eine tragende Rolle

In der Schweriner Produktion kommt der musikalischen Gestaltung besondere Bedeutung zu.

Die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin übernimmt unter der Leitung von Kiril Stankow den orchestralen Teil der Aufführung.

Saint-Saëns verwendet eine farbenreiche Instrumentierung, in der unterschiedliche Klanggruppen eng miteinander verbunden sind.

Schillernde Streicher, prägnante Bläser und gezielt eingesetzte Schlaginstrumente schaffen eine abwechslungsreiche musikalische Atmosphäre.

Dabei wechseln sich feierliche und monumentale Abschnitte mit ruhigeren, lyrischen Passagen ab.

Gerade die großen Chorszenen sind ein wesentliches Merkmal des Werkes.

Sie können einerseits streng und feierlich wirken, andererseits durch ihre musikalische Wucht überwältigende dramatische Momente schaffen.

Der Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters übernimmt dabei eine wichtige Aufgabe.

Gemeinsam mit dem Orchester gestaltet er die großen Konflikte zwischen den beteiligten Völkern und verleiht den Massenszenen ihre musikalische Wirkung.

Halbszenische Produktion im Theaterzelt

Das Mecklenburgische Staatstheater präsentiert „Samson et Dalila“ als halbszenische Produktion.

Bei dieser Aufführungsform wird die Oper nicht vollständig konzertant dargeboten, zugleich aber auch nicht mit allen Elementen einer großen szenischen Inszenierung umgesetzt.

Stattdessen werden ausgewählte theatrale Mittel mit der musikalischen Aufführung verbunden.

Für die Regie ist Thomas Schmidt-Ehrenberg verantwortlich.

Die Ausstattung gestaltet Silke von Patay. Die Videoarbeit übernimmt Ben Artmann.

Die Einstudierung des Chores liegt bei Aki Schmitt.

Damit verbindet die Produktion musikalische und visuelle Gestaltungselemente, ohne den Charakter einer vollständigen großen Bühneninszenierung anzustreben.

Der Aufführungsort ist das Theaterzelt am Küchengarten in Schwerin.

Die besondere räumliche Situation unterscheidet sich von einer traditionellen Opernbühne und bildet den Rahmen für die halbszenische Umsetzung.

Internationales Ensemble gestaltet die Oper

Für die Produktion hat das Mecklenburgische Staatstheater ein umfangreiches Sängerensemble zusammengestellt.

Xavier Moreno übernimmt die Partie des Samson.

Alexandra Urquiola ist als Dalila zu erleben.

Michael Mrosek springt für Brian Davis als Oberpriester des Dagon ein.

Zum weiteren Ensemble gehören Gerard Farreras, Marco Mondragón, Caroline Nkwe, Jaewon Kim, Pontus Rösing und Kerstin Schweers.

Gemeinsam mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin und dem Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters gestalten sie die musikalische Aufführung.

Die Besetzung verbindet unterschiedliche Stimmen und musikalische Ausdrucksformen, die für das Werk von Saint-Saëns von besonderer Bedeutung sind.

Gerade das Zusammenspiel zwischen den Solisten und den großen Chorpassagen trägt wesentlich zur dramatischen Entwicklung der Oper bei.

Warum „Samson et Dalila“ bis heute fasziniert

Obwohl die Handlung auf einer alten biblischen Erzählung basiert, behandelt die Oper grundlegende menschliche Konflikte.

Es geht um die Verbindung von Liebe und Macht, um Vertrauen und Verrat sowie um die Frage, wie Gewalt neue Gewalt hervorbringen kann.

Samson erscheint zunächst als nahezu unbesiegbarer Held. Seine Stärke macht ihn zum Hoffnungsträger seines Volkes.

Doch gerade seine persönlichen Gefühle werden ihm schließlich zum Verhängnis.

Dalila wiederum ist weit mehr als eine einfache Gegenspielerin. Ihre Rolle verbindet Verführung, politische Interessen und persönliche Motive.

Die Geschichte lebt deshalb nicht allein von spektakulären dramatischen Wendungen, sondern auch von den unterschiedlichen Interessen und inneren Konflikten ihrer Figuren.

Saint-Saëns übersetzt diese Spannungen in eine Musik, die zwischen intimen Momenten und monumentaler Dramatik wechselt.

Damit bleibt „Samson et Dalila“ auch für ein heutiges Publikum ein Werk mit großer emotionaler Wirkung.

Premiere am 17. Oktober in Schwerin

Die Premiere von „Samson et Dalila“ findet am Samstag, 17. Oktober 2026, um 19 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten statt.

Die musikalische Leitung übernimmt Kiril Stankow, Regie führt Thomas Schmidt-Ehrenberg.

Die Titelrollen werden von Xavier Moreno und Alexandra Urquiola gesungen. Michael Mrosek übernimmt kurzfristig die Partie des Oberpriesters des Dagon.

Weitere Informationen zum Werk, zur Besetzung und zu den Vorstellungen sind über das Mecklenburgische Staatstheater erhältlich.

Mit der Opernpremiere bringt das Haus ein Werk auf die Bühne, das musikalische Größe mit einer Geschichte über Macht, Leidenschaft und menschliche Abgründe verbindet.

Trotz der krankheitsbedingten Veränderungen im Ensemble soll das Publikum eine Aufführung erleben, in der Orchester, Chor und Solisten die dramatische Welt von „Samson et Dalila“ gemeinsam zum Leben erwecken.