Schwerin. Ein international gefeierter Dirigent, ein kleiner Kirchenchor und die große Sehnsucht nach einem erfüllten Leben: Mit „As in’n Häben (Wie im Himmel)“ bringt die Fritz-Reuter-Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters eine der bekanntesten schwedischen Filmgeschichten auf die Theaterbühne. Die Premiere findet am Freitag, 16. Oktober 2026, um 19.30 Uhr in der M*Halle in Schwerin statt. Am 21. Oktober folgt eine weitere Premiere in der Kulturmühle Parchim. Die Inszenierung bildet zugleich den Auftakt zum 100-jährigen Jubiläum der Fritz-Reuter-Bühne.
Ein weltberühmter Dirigent sucht den Weg zurück ins Leben
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Daniel Daréus, dessen größter Wunsch schon als Kind darin bestand, Musik zu schaffen, die Menschen tief im Herzen berührt.
Tatsächlich gelingt ihm eine internationale Karriere als Dirigent. Doch der Erfolg hat seinen Preis. Das rastlose Konzertleben, der ständige Leistungsdruck und sein eigener Perfektionismus treiben ihn schließlich an seine körperlichen und seelischen Grenzen.
Nach einem Zusammenbruch verliert Daniel die Freude an der Musik. Er zieht sich aus dem internationalen Konzertbetrieb zurück und kehrt in die Abgeschiedenheit seines Heimatdorfes zurück.
Dort übernimmt er die Leitung des örtlichen Kirchenchores. Was zunächst nach einer bescheidenen Aufgabe aussieht, wird für ihn und die Menschen des Dorfes zu einem tiefgreifenden Neuanfang.
Denn die Sängerinnen und Sänger bringen nicht nur unterschiedliche Stimmen mit, sondern auch persönliche Konflikte, unerfüllte Wünsche und verborgene Verletzungen.
Daniel versucht, aus dieser Gemeinschaft mehr zu machen als einen gewöhnlichen Chor. Er ermutigt die Mitglieder, aufeinander zu hören, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken und sich gegenseitig zu unterstützen.
Dabei stößt er zunächst auf Widerstände. Doch nach und nach wächst aus den einzelnen Stimmen eine Gemeinschaft, die den Beteiligten neue Zuversicht gibt.
Oscar-nominierter Film wird zum plattdeutschen Theaterstück
Vorlage der Inszenierung ist der schwedische Film „Wie im Himmel“ von Regisseur Kay Pollak aus dem Jahr 2004.
Das vielfach beachtete Werk wurde für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert und gewann mit seiner Geschichte über Musik, Menschlichkeit und Zusammenhalt ein internationales Publikum.
Die Fritz-Reuter-Bühne greift diesen Stoff nun für ihre plattdeutsche Schauspieladaption auf.
Regisseurin Adelheid Müther verbindet die emotionale Handlung mit einem musikalischen Konzept, das traditionelle norddeutsche Lieder und moderne Kompositionen zusammenführt.
So gehören bekannte plattdeutsche Titel wie „Dat du min Leevsten büst“ und „De lütte Möw“ ebenso zum musikalischen Programm wie Stevie Wonders „As“.
Die unterschiedlichen Musikrichtungen sollen den Weg der Figuren begleiten und zugleich die Verbindung zwischen der regionalen Sprache und einer international bekannten Geschichte verdeutlichen.
Schweriner Singakademie steht gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne
Eine besondere Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Schweriner Singakademie.
Der Chor ist Teil der Inszenierung und trägt dazu bei, dass die zentrale Botschaft des Stücks nicht nur in Dialogen, sondern auch musikalisch erlebbar wird.
Für die Jubiläumsproduktion kehren außerdem mehrere bekannte Schauspieler zur Fritz-Reuter-Bühne zurück.
Andreas Auer und Arja Sharma verkörpern Mitglieder des Kirchenchores. Auch Sasha Bornemann gehört zum Ensemble und übernimmt die Rolle des Tore.
Das Schweriner Theaterpublikum kennt Bornemann bereits aus Produktionen wie Florian Zellers „De Söhn“ und Colin Higgins’ „Harold un Maud“.
Einen besonders emotionalen Moment verspricht der Auftritt von Ida-Marie Brandt als Gabriella. Ihre Figur erhält mit einem Lied über Freiheit und Lebenswillen einen der zentralen musikalischen Höhepunkte des Abends.
Zur weiteren Besetzung gehören Christoph Reiche, Joke Lisann Hoy, Markus Sebastian Wenger, Kerstin Westphal, Simon Grundbacher und Piet Hugo Pagel.
Die musikalische Leitung und Begleitung übernimmt Nico Selbach. Für das Bühnenbild ist Kathrin Kegler verantwortlich, die Kostüme gestaltet Marie-Theres Cramer. Die Dramaturgie liegt bei Katharina Mahnke.
Fritz-Reuter-Bühne startet in ihr 100-jähriges Jubiläum
Die Premiere hat für das Mecklenburgische Staatstheater eine besondere Bedeutung.
Mit „As in’n Häben“ beginnt die Fritz-Reuter-Bühne die Feierlichkeiten zu ihrem 100-jährigen Bestehen. Die traditionsreiche Bühne widmet sich seit Generationen dem niederdeutschen Theater und der Pflege der plattdeutschen Sprache.
Die neue Produktion verbindet diesen kulturellen Auftrag mit einem Stoff, dessen Themen weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus verständlich sind.
Es geht um Selbstbestimmung, Zusammenhalt und die Frage, wie Menschen trotz persönlicher Krisen wieder Vertrauen in sich selbst und andere gewinnen können.
Die Musik wird dabei zum verbindenden Element. Sie ermöglicht den Figuren, Gefühle auszudrücken, für die ihnen im Alltag oftmals die Worte fehlen.
Premieren in Schwerin und Parchim
Die erste Aufführung von „As in’n Häben (Wie im Himmel)“ findet am **Freitag, 16. Oktober 2026, um 19.30 Uhr in der M*Halle Schwerin** statt.
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, ebenfalls um 19.30 Uhr, folgt die Parchimer Premiere in der Kulturmühle.
Karten sind über die Theaterkasse des Mecklenburgischen Staatstheaters erhältlich. Reservierungen sind telefonisch unter 0385 5300-123 oder per E-Mail an [kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de](mailto:kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de) möglich.
Mit der neuen Inszenierung setzt die Fritz-Reuter-Bühne zum Auftakt ihres Jubiläums auf eine Geschichte, die Mut machen will: Menschen können über sich hinauswachsen, wenn sie ihre eigene Stimme finden und zugleich lernen, anderen zuzuhören.