Juliane EisenblätterSchwedt/Oder. Ein bedeutendes Zeugnis der DDR-Geschichte kehrt in restauriertem Zustand ins Stadtbild von Schwedt zurück. Nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten wird die Skulptur „Geschichte von Schwedt“ am Donnerstag, 22. Oktober 2026, feierlich wieder eingeweiht. Das monumentale Betonrelief des Künstlers Axel Schulz entstand 1971 und erzählt von der Industrialisierung, dem Wohnungsbau und dem gesellschaftlichen Wandel der Stadt während der sozialistischen Aufbaujahre. Die Restaurierung wurde maßgeblich durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stadtsparkasse Schwedt ermöglicht.

Die öffentliche Wiedereinweihung beginnt um 10.30 Uhr an der Kreuzung Lindenallee und Julian-Marchlewski-Ring. Neben Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe werden Vertreter der Denkmalpflege, der beiden Förderinstitutionen sowie die beteiligten Restauratoren erwartet.

Betonrelief erzählt von Schwedts industriellem Aufstieg

Die Skulptur „Geschichte von Schwedt“ entstand im Jahr 1971 und gehört zu den künstlerischen Zeugnissen des sozialistischen Wiederaufbaus der Stadt.

Geschaffen wurde das rundförmige Betonrelief von Axel Schulz. Es veranschaulicht die Entwicklung Schwedts zwischen 1958 und 1971 – einer Zeit, in der sich das Stadtbild durch den industriellen Ausbau grundlegend veränderte.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Industrialisierung und das Petrolchemische Kombinat, der Wohnungsbau sowie das gesellschaftliche Leben.

Die dargestellten Themen spiegeln jene Entwicklung wider, die Schwedt während der DDR-Jahre nachhaltig prägte. Der Ausbau des Industriestandortes ging mit der Errichtung neuer Wohngebiete und einer umfassenden Veränderung der städtischen Infrastruktur einher.

Das Kunstwerk erinnert damit nicht allein an einzelne Bauprojekte. Es dokumentiert zugleich, wie sich die Stadt in einer wichtigen Phase ihrer jüngeren Geschichte selbst darstellte.

Ein Denkmal an Schwedts zentraler Magistrale

Das Relief befindet sich im Kreuzungsbereich Lindenallee und Julian-Marchlewski-Ring.

Dort ist es Teil der zentralen Magistrale und prägt das städtebauliche Erscheinungsbild.

Die Position des Kunstwerks ist für seine Wirkung von besonderer Bedeutung. Es steht nicht in einem abgeschlossenen Museumsraum, sondern im öffentlichen Stadtraum und ist damit für Einwohner und Besucher unmittelbar sichtbar.

Solche Werke gehörten in der DDR häufig zur architektonischen Gestaltung neuer Wohn- und Industriegebiete.

Sie sollten Gebäude und öffentliche Plätze künstlerisch ergänzen und zugleich gesellschaftliche Entwicklungen darstellen.

Heute besitzen viele dieser Arbeiten neben ihrem künstlerischen Wert auch eine historische Bedeutung. Sie geben Einblicke in die städtebaulichen Vorstellungen und die Bildsprache ihrer Entstehungszeit.

Die Schwedter Skulptur ist deshalb sowohl Kunstwerk als auch Zeugnis der Stadtentwicklung.

Restauratoren aus Potsdam setzen Kunstwerk instand

Die zurückliegenden Restaurierungsarbeiten wurden von erfahrenen Fachleuten aus Potsdam durchgeführt.

Ziel war es, das historische Betonrelief fachgerecht instand zu setzen und für die Zukunft zu erhalten.

Nach Angaben der Stadt sind die Arbeiten inzwischen abgeschlossen. Das Denkmal soll am 22. Oktober in seinem restaurierten Zustand der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Welche konkreten Schäden beseitigt wurden, welche Materialien bei der Restaurierung zum Einsatz kamen und welche konservatorischen Maßnahmen notwendig waren, erläutert die Stadt in ihrer bisherigen Ankündigung noch nicht näher.

Diese Fragen sollen die beteiligten Restauratoren bei der Wiedereinweihung beantworten.

Zu den Fachleuten gehören Almuth Escher, Thomas Gdanitz-Rupnow und Hans Höpfner.

Ihre Arbeit trägt dazu bei, ein Kunstwerk zu bewahren, das bereits seit mehr als fünf Jahrzehnten zum öffentlichen Raum in Schwedt gehört.

Sparkassenstiftung unterstützt Erhalt des DDR-Kulturerbes

Die Finanzierung der Restaurierung wurde maßgeblich durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stadtsparkasse Schwedt ermöglicht.

Beide Institutionen übernahmen nach Angaben der Stadt eine wesentliche Rolle als Hauptsponsoren.

Damit unterstützten sie nicht nur die Wiederherstellung eines einzelnen Kunstwerks, sondern auch den Erhalt eines Zeugnisses der jüngeren Stadtgeschichte.

Gerade Kunstwerke aus der DDR-Zeit stellen Kommunen häufig vor besondere Herausforderungen.

Sie sind Teil des öffentlichen Raumes und benötigen regelmäßige Pflege, während ihre historische Bedeutung und ihr künstlerischer Wert nicht immer gleichermaßen wahrgenommen werden.

Bei älteren Betonkunstwerken können zudem materialbedingte Alterungsprozesse und jahrzehntelange Witterungseinflüsse eine fachgerechte Restaurierung erforderlich machen.

Die Arbeiten an der Schwedter Skulptur zeigen, welche Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Denkmalpflege und privaten beziehungsweise institutionellen Förderern beim Erhalt solcher Werke zukommen kann.

Bürgermeisterin und Denkmalpfleger nehmen an Einweihung teil

Zur feierlichen Wiedereinweihung am 22. Oktober werden mehrere Vertreter aus Stadtverwaltung, Denkmalpflege und Förderinstitutionen erwartet.

Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe wird ebenso teilnehmen wie Dr. Dagmar Löttgen von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Die Stadtsparkasse Schwedt wird durch Jürgen Dybowski, Susanne Klotzek und Torsten Wegner vertreten.

Mit Hans Burger nimmt außerdem ein Vertreter der Landesdenkmalpflege an der Veranstaltung teil.

Auch die Restauratoren Almuth Escher, Thomas Gdanitz-Rupnow und Hans Höpfner werden vor Ort sein.

Die Veranstaltung bietet damit Gelegenheit, nicht nur das restaurierte Kunstwerk zu betrachten, sondern auch mehr über seine Geschichte und die durchgeführten Arbeiten zu erfahren.

DDR-Kunst als Teil der Stadtgeschichte bewahren

Die Restaurierung der „Geschichte von Schwedt“ berührt eine Frage, die zahlreiche ostdeutsche Städte beschäftigt: Wie soll mit Kunstwerken umgegangen werden, die während der DDR entstanden sind und eng mit der damaligen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung verbunden waren?

Viele dieser Werke entstanden im Zusammenhang mit umfangreichen städtebaulichen Veränderungen.

Sie zeigen industrielle Arbeit, gemeinschaftliches Leben oder historische Entwicklungen und spiegeln damit auch die staatlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit wider.

Ihre heutige Bedeutung erschöpft sich jedoch nicht in der ursprünglichen politischen Botschaft.

Sie können zugleich als historische Dokumente betrachtet werden, die Auskunft über die Stadtentwicklung, Kunstgeschichte und das öffentliche Leben geben.

Gerade in einer Industriestadt wie Schwedt ist diese Verbindung besonders deutlich.

Das Betonrelief erinnert an jene Jahre, in denen das Petrolchemische Kombinat und der neue Wohnungsbau die Entwicklung der Stadt maßgeblich beeinflussten.

Die Restaurierung erhält damit auch ein Stück der sichtbaren Erinnerung an den Wandel Schwedts.

Wiedereinweihung am 22. Oktober

Die restaurierte Skulptur „Geschichte von Schwedt“ wird am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 10.30 Uhr wieder eingeweiht.

Der Standort befindet sich an der Kreuzung Lindenallee und Julian-Marchlewski-Ring in Schwedt/Oder.

Im Rahmen der Veranstaltung stehen die beteiligten Restauratoren für Fragen zu den ausgeführten Arbeiten zur Verfügung.

Mit der abgeschlossenen Instandsetzung bleibt der Stadt ein Kunstwerk erhalten, das seit 1971 die Entwicklung Schwedts zwischen Industrieaufbau, Wohnungsbau und gesellschaftlichem Leben sichtbar macht.

Mehr als 55 Jahre nach seiner Entstehung wird das Relief damit erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt – nicht nur als restauriertes Denkmal, sondern auch als Bestandteil der Geschichte einer ostdeutschen Industriestadt.