Die politischen Kräfteverhältnisse in Brandenburg haben sich laut einer neuen INSA-Umfrage erheblich verschoben. Die AfD erreicht demnach 40 Prozent und liegt damit deutlich vor der SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke, die nur noch auf 20 Prozent kommt. Die CDU fällt auf neun Prozent. Gemeinsam erreichen die beiden Regierungsparteien lediglich 29 Prozent. Woidke reagierte am Dienstag bei einer Kabinettssitzung in Cottbus auf die Zahlen und betonte, dass letztlich Wahlen und nicht Umfragen entscheidend seien.

AfD legt um sechs Prozentpunkte zu

Nach der aktuellen INSA-Erhebung erreicht die AfD in Brandenburg 40 Prozent.

Gegenüber der vorherigen Befragung vom März entspricht das einem Anstieg um sechs Prozentpunkte.

Die SPD fällt dagegen um vier Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Für die CDU weist die Umfrage lediglich neun Prozent aus. Damit erreicht sie in dieser Erhebung keinen zweistelligen Wert mehr.

Auch die Linke liegt bei neun Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht und die Grünen kommen jeweils auf sieben Prozent.

Andere Parteien erreichen zusammen acht Prozent.

Die Umfrage zeigt damit eine deutliche Verschiebung gegenüber den Ergebnissen der vergangenen Landtagswahl.

Allerdings handelt es sich um eine Momentaufnahme und nicht um ein Wahlergebnis oder eine zuverlässige Vorhersage künftiger Entscheidungen.

Woidke widerspricht düsterer Stimmung

Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich von den Umfragewerten nach außen unbeeindruckt.

Bei einer Kabinettssitzung in Cottbus machte der SPD-Politiker deutlich, dass er tatsächlichen Wahlen mehr Bedeutung beimisst als aktuellen Meinungsumfragen.

Zugleich kündigte er an, die Vorhaben seiner Regierung entschlossener umzusetzen.

Zu den Schwerpunkten gehören Wirtschaftsförderung, Bürokratieabbau, Sicherheit und Bildung.

Woidke verweist dabei auf positive Entwicklungen der Brandenburger Wirtschaft und die Fortschritte beim Strukturwandel in der Lausitz.

Dass wirtschaftliche Erfolge allein nicht ausreichen, um die Zustimmung zu extremistischen Parteien zu begrenzen, räumte der Ministerpräsident allerdings ein.

Cottbus steht für den Wandel der Lausitz

Der Besuch der Landesregierung in Cottbus erfolgte im Rahmen des Formats „Kabinett vor Ort“.

Die Stadt befindet sich durch den Strukturwandel in der Lausitz in einer Phase umfangreicher Investitionen.

Zu den zentralen Projekten gehört die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem.

Hinzu kommen der Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, das neue Bahnwerk und zahlreiche Forschungs- und Wirtschaftsvorhaben.

Woidke betrachtet diese Entwicklungen als Belege dafür, dass die Region neue wirtschaftliche Perspektiven erhält.

Für die Bevölkerung sind dabei vor allem die langfristigen Auswirkungen auf Beschäftigung, öffentliche Einrichtungen und Lebensqualität von Bedeutung.

Brandenburgs Wirtschaft wächst

Nach aktuellen Angaben legte die Wirtschaftsleistung Brandenburgs im ersten Halbjahr 2026 um 1,4 Prozent zu.

Damit entwickelte sich das Land besser als der bundesweite Durchschnitt.

Die Landesregierung verweist auf diese Zahlen, um ihre wirtschaftspolitische Strategie zu begründen.

Allerdings bedeutet gesamtwirtschaftliches Wachstum nicht automatisch, dass alle Menschen gleichermaßen davon profitieren.

Regionale Unterschiede, Lebenshaltungskosten, die Entwicklung der Einkommen und der Zustand öffentlicher Einrichtungen prägen ebenfalls die Bewertung der politischen Lage.

Die Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Zustimmung ist deshalb ein wichtiges Thema für die Landesregierung.

Wie aussagekräftig sind die Umfragewerte?

Für die INSA-Erhebung wurden zwischen dem 29. September und dem 6. Oktober insgesamt 1.000 Wahlberechtigte befragt.

Die angegebene statistische Fehlerspanne beträgt ungefähr 3,1 Prozentpunkte.

Die Ergebnisse beschreiben die politischen Präferenzen der Befragten im Erhebungszeitraum.

Sie können sich durch neue politische Entwicklungen und die weitere Arbeit der Parteien verändern.

Insbesondere lassen sich aus den Zahlen keine sicheren Aussagen über künftige Wahlergebnisse oder spätere Regierungsbildungen ableiten.

Dennoch sind die Werte für die Parteien ein wichtiger Hinweis darauf, wie ihre Politik derzeit wahrgenommen wird.

Brandenburgs Regierung vor schwierigen Aufgaben

Für Ministerpräsident Woidke besteht die Herausforderung darin, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes mit den Erwartungen der Bevölkerung zu verbinden.

Investitionen in Wissenschaft, Infrastruktur und neue Arbeitsplätze sind wichtige langfristige Projekte.

Gleichzeitig beschäftigen die Menschen Fragen nach bezahlbarem Wohnen, öffentlicher Sicherheit, Gesundheitsversorgung und der Verfügbarkeit von Schulen und Dienstleistungen.

Die Landesregierung will bei diesen Themen sichtbare Ergebnisse erreichen.

Die neue Umfrage zeigt, dass ihr politischer Kurs derzeit von erheblichen Teilen der befragten Wahlberechtigten kritisch gesehen wird.

Ob es SPD und CDU gelingt, wieder höhere Zustimmung zu gewinnen, bleibt eine offene politische Frage.