Perleberg. Die Rolandstadt Perleberg hat eine neue Stadtförsterin. Seit dem 1. Oktober 2026 ist die 35-jährige Marleen Tischer für insgesamt 1.735 Hektar Stadtwald verantwortlich. Sie folgt auf Raphael Wentzel, der zum Landesbetrieb Forst Brandenburg gewechselt ist. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird der langfristige Umbau der überwiegend von Kiefern geprägten Waldbestände zu widerstandsfähigeren Mischwäldern sein.

1.735 Hektar Wald in neuer Verantwortung

Mit dem Wechsel an der Spitze des Stadtforstes übernimmt Marleen Tischer ein umfangreiches Aufgabengebiet. Unterstützt wird sie von drei Forstwirten, die ihr nach eigenen Angaben den Einstieg erleichtert haben.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht insbesondere der Waldumbau. Ziel ist es, die vorhandenen Kiefernbestände schrittweise in vielfältigere Mischwälder umzuwandeln.

„Damit haben meine Vorgänger schon sehr gut begonnen“, erklärt Tischer. Die Umgestaltung werde die Forstverwaltung allerdings noch über viele Jahre und Jahrzehnte beschäftigen.

Neue Bäume und Jagden stehen bevor

In den kommenden Monaten sollen weitere Neupflanzungen im Perleberger Stadtwald erfolgen.

Darüber hinaus bereitet die Stadtförsterin gemeinsam mit den Jagdpächtern eine Ansitzdrückjagd vor, die im November stattfinden soll.

Damit stehen neben der langfristigen Entwicklung der Wälder auch konkrete forstwirtschaftliche Maßnahmen auf dem Arbeitsplan.

Ungewöhnlicher Weg in den Forstberuf

Marleen Tischer stammt ursprünglich aus Berlin. Dort wuchs sie auf, besuchte die Schule und absolvierte ihre Ausbildung zur Forstwirtin.

Dass sie einmal beruflich im Wald arbeiten würde, war zunächst nicht geplant.

Als sie während ihrer Schulzeit noch unsicher über ihre berufliche Zukunft war, machte ihre Mutter sie auf einen Zeitungsartikel über die Forstwirtschaft aufmerksam.

Tischer bewarb sich daraufhin heimlich um eine Ausbildungsstelle – und erhielt eine Zusage.

Für die Ausbildung brach sie zunächst das Abitur ab. Ihren Schulabschluss holte sie später nach und studierte von 2013 bis 2016 Forstwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Vor ihrem Wechsel nach Perleberg arbeitete sie bei der Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin im Sachgebiet Natur und Straßen.

Försterberuf bleibt eine Männerdomäne

Als Frau gehört Tischer in ihrem Beruf weiterhin zu einer Minderheit. „Der Beruf ist nach wie vor eine Männerdomäne“, stellt sie fest.

Für die tägliche Zusammenarbeit im Perleberger Stadtforst spiele das jedoch keine Rolle.

Sie beschreibt den Umgang innerhalb des Teams als kollegial, respektvoll und auf Augenhöhe.

Gerade mit Blick auf die langfristigen Aufgaben sei diese Zusammenarbeit entscheidend.

Mit Marleen Tischer übernimmt eine erfahrene Forstfachfrau die Verantwortung für den Perleberger Stadtwald. Ihr Schwerpunkt liegt auf dessen nachhaltiger Entwicklung – einer Aufgabe, die weit über die kommenden Jahre hinausreichen wird.