Zahlreiche Besucher sind am Montagabend in den Judenhof gekommen, um bei der öffentlichen Veranstaltung „Masterclass: Einblicke in Lottes Werkstatt“ die Arbeit der 29. Lotte Lehmann Woche kennenzulernen.

Der Abend gewährte einen direkten Einblick in die Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Statt eines klassischen Konzerts stand die gemeinsame Arbeit von Dozenten und Kursteilnehmern im Mittelpunkt. Das Publikum konnte verfolgen, wie an Stimme, Ausdruck, Sprache und Bühnenwirkung gefeilt wird.

Intensive Ausbildungswoche für junge Sänger

Die Lotte Lehmann Woche bietet angehenden Sängerinnen und Sängern ein umfangreiches Kursprogramm. Dazu gehören Gesangsunterricht, Korrepetition, Körperarbeit, Sprachcoaching, Bühnentraining sowie Chor- und Ensemblesingen.

Während der Akademiewoche arbeiten die Teilnehmer intensiv an ihrem Repertoire. Den traditionellen Abschluss bildet ein gemeinsames Konzert, bei dem sie die Ergebnisse der Ausbildung öffentlich präsentieren.

Die Masterclass im Judenhof zeigte bereits während der laufenden Kurse, wie sich einzelne Stücke durch gezielte Hinweise und praktische Übungen verändern können.

Unterschiede zwischen Pop, Klassik und Rock

Dozentin Mirjam Miesterfeldt vermittelte dem Publikum anschaulich die Unterschiede zwischen verschiedenen musikalischen Stilrichtungen. Die ehemalige Teilnehmerin der Lotte Lehmann Woche bezog die Gäste aktiv ein und zeigte auf spielerische Weise, wie sich Pop, klassische Musik und Rock in Klang, Technik und Ausdruck unterscheiden.

Die Besucher konnten dadurch unmittelbar erleben, welche Anforderungen unterschiedliche Musikrichtungen an Stimme und Körper stellen.

Zugleich wurde deutlich, dass Gesangsausbildung weit über das reine Treffen der richtigen Töne hinausgeht. Atmung, Haltung, Aussprache, Interpretation und emotionale Glaubwürdigkeit müssen miteinander verbunden werden.

Kursteilnehmer präsentieren ihr Repertoire

Mehrere Nachwuchssänger stellten Ausschnitte aus den Stücken vor, an denen sie zuvor im Unterricht gearbeitet hatten.

Dabei wurde sichtbar, wie intensiv während der Akademiewoche an Gesangstechnik, Ausdruck und Bühnenpräsenz gearbeitet wird. Die jungen Sänger erhielten unmittelbar Rückmeldungen und setzten Hinweise der Dozenten direkt auf der Bühne um.

Für das Publikum entstand dadurch ein Blick hinter die Kulissen einer professionellen musikalischen Ausbildung. Die Entwicklung eines Stückes konnte Schritt für Schritt nachvollzogen werden.

Situationskomik aus „Madame Pompadour“

Auch Susy Bergmann, Dozentin für Bühnentraining und Szene aus München, bezog zu Beginn ihres Programmteils das Publikum ein.

Anschließend arbeitete sie gemeinsam mit dem jungen Tenor Caspar Popp und Heike Borchardt an dem Duett „Das Küssen macht so gut wie kein Geräusch“ aus der Operette „Madame Pompadour“ von Leo Fall.

Die Szene zeigte, wie stark Gestik, Timing und Zusammenspiel die Wirkung eines Musikstückes verändern können. Besonders die Situationskomik des Duetts wurde durch das gemeinsame Bühnentraining deutlich herausgearbeitet.

Musik wird unmittelbar erlebbar

Der Abend verband musikalische Ausbildung, Unterhaltung und direkte Begegnung. Besucher konnten nicht nur fertige Darbietungen hören, sondern den Entstehungsprozess miterleben.

Die offene Atmosphäre ermöglichte einen engen Austausch zwischen Dozenten, Teilnehmern und Publikum. Dadurch wurde die Masterclass zu mehr als einer Lehrveranstaltung. Sie vermittelte, wie viel Arbeit, Konzentration und Mut hinter einer überzeugenden Bühnenleistung stehen.

Zugleich spiegelte der Abend die Vielfalt der Musik wider. Klassischer Gesang, Operette, Pop und Rock wurden nicht voneinander abgegrenzt, sondern als unterschiedliche Ausdrucksformen betrachtet.

Nachwuchsförderung mit öffentlichem Einblick

Die Lotte Lehmann Woche verbindet professionelle Nachwuchsförderung mit einem offenen Kulturangebot. Die öffentlichen Veranstaltungen ermöglichen es auch Menschen ohne musikalische Vorkenntnisse, die Arbeit der jungen Sänger und ihrer Dozenten kennenzulernen.

Gerade die Masterclass zeigte, wie Musikvermittlung funktionieren kann: verständlich, praxisnah und ohne Schwellenangst.

Die Besucher wurden nicht nur zu Zuhörern, sondern teilweise selbst in Übungen und Erläuterungen einbezogen. Dadurch entstand ein lebendiger Abend, der Ausbildung und Unterhaltung miteinander verband.

Die Veranstaltung „Masterclass: Einblicke in Lottes Werkstatt“ hat dem Publikum im Judenhof einen facettenreichen Blick in die Arbeit der 29. Lotte Lehmann Woche eröffnet.

Die jungen Sänger präsentierten nicht nur ihr aktuelles Repertoire, sondern zeigten auch, wie intensiv an Technik, Ausdruck und Bühnenwirkung gearbeitet wird.

Mit offenen Gesprächen, praktischen Übungen und humorvollen Szenen unterstrich die Veranstaltung den Anspruch der Lotte Lehmann Woche, Musik für ein breites Publikum zugänglich und unmittelbar erlebbar zu machen.

Quelle

– Veranstalterinformation zur 29. Lotte Lehmann Woche und zur Masterclass „Einblicke in Lottes Werkstatt“, Juli 2026.