Schkeuditz. Nach dem Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle gibt es eine überraschende Entwicklung. Zwei syrische Männer im Alter von 20 und 32 Jahren sollen sich am Montag, dem 19. Oktober 2026, gemeinsam mit Rechtsanwälten bei der Polizei gemeldet und sich zu dem Vorfall bekannt haben. Das berichtet die BILD-Zeitung. Demnach soll ein Audi am späten Samstagabend den Sicherheitszaun des Flughafens durchbrochen haben. Noch am Sonntag hatten Polizei und Bundespolizei mit einem Großeinsatz nach möglichen Eindringlingen gesucht. Ob es sich um einen Unfall oder eine vorsätzliche Tat handelte, ist weiterhin nicht abschließend geklärt.
Zwei Männer melden sich mit Anwälten bei der Polizei
Nach Informationen der BILD-Zeitung sollen sich die beiden Männer freiwillig bei den Ermittlern gemeldet haben.
Sie sind nach Angaben des Blattes 20 und 32 Jahre alt und syrische Staatsangehörige.
Die Zeitung berichtet außerdem, dass ein Audi den Sicherheitszaun durchbrochen haben soll. Am Unfallort seien Fahrzeugteile entdeckt worden.
In der Überschrift des Berichts wird als mögliche Erklärung auf Fahrübungen für den Führerschein verwiesen. Ob die beiden Männer dies tatsächlich gegenüber den Ermittlern angegeben haben und welche Umstände zu der Kollision führten, ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Eine offizielle Bestätigung der Polizei zu den Angaben über die beiden Männer lag zum Zeitpunkt dieser Recherche noch nicht vor.
Damit bleibt insbesondere offen, wer das Fahrzeug steuerte, wie es zu dem Vorfall kam und weshalb sich die Beteiligten nicht unmittelbar am Ort des Geschehens meldeten.
Sicherheitszaun am Samstagabend durchbrochen
Der Vorfall hatte sich am Samstag, dem 17. Oktober, gegen 23 Uhr am Flughafen Leipzig/Halle ereignet.
An einem Sicherheitszaun im nördlichen Flughafenbereich wurde eine erhebliche Beschädigung festgestellt. Nach ersten Ermittlungen musste mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen haben.
Die Polizei leitete daraufhin umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ein.
Die Nordpiste wurde für den Flugbetrieb gesperrt, während die Südpiste weiterhin genutzt werden konnte.
Einsatzkräfte der Bundespolizei und der Polizeidirektion Leipzig durchsuchten das Flughafengelände nach möglichen Eindringlingen und verdächtigen Gegenständen.
Bei den ersten Kontrollen konnten weder unberechtigte Personen noch gefährliche Gegenstände festgestellt werden.
Auch das mutmaßlich beteiligte Fahrzeug wurde zunächst nicht auf dem Gelände gefunden.
Beschädigung nahe der nördlichen Startbahn
Der betroffene Zaun befindet sich an einer öffentlich zugänglichen Straße im nördlichen Bereich des Flughafens.
In diesem Gebiet stehen auch drei russische Antonow-Frachtflugzeuge, die wegen der europäischen Sanktionen gegen Russland seit 2022 nicht mehr starten dürfen.
Nach Angaben des Flughafens besteht allerdings keine unmittelbare räumliche Nähe zwischen den abgestellten Maschinen und der beschädigten Zaunstelle.
Der Flughafenbetreiber erklärte bereits am Sonntag, dass die geltenden nationalen und internationalen Sicherheitsanforderungen eingehalten würden.
Der Schaden betraf nach den bisherigen Angaben den Zaun selbst, nicht das in der Nähe gelegene Notfalltor für Einsatzkräfte.
Erinnerungen an Drohnenvorfall im August
Die Beschädigung hatte zunächst besondere Aufmerksamkeit ausgelöst, weil es am Flughafen Leipzig/Halle bereits im August einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall gegeben hatte.
Damals war eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden.
Die Bundesregierung machte Russland für den damaligen mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich. Die russische Regierung wies diese Vorwürfe zurück.
Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang bestand, war zunächst unklar.
Die nun berichtete freiwillige Meldung zweier Männer könnte den Vorfall vom Wochenende in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sie ist allerdings kein abschließender Beweis für einen unbeabsichtigten Unfall.
Ermittlungen müssen den Ablauf klären
Entscheidend sind nun die Auswertung der Spuren, mögliche Angaben der Beteiligten und die technische Untersuchung des Fahrzeugs.
Die Polizei muss insbesondere klären, wie es zu der Kollision kam, ob Verkehrs- oder Sicherheitsvorschriften verletzt wurden und ob die Beschädigung vorsätzlich oder fahrlässig verursacht wurde.
Sollte sich die Darstellung eines missglückten Fahrmanövers bestätigen, wäre eine gezielte Sabotageaktion deutlich weniger naheliegend.
Eine abschließende rechtliche Bewertung ist jedoch erst nach weiteren Ermittlungen möglich.
Die neue Entwicklung könnte einen Vorfall aufklären, der am Wochenende einen großen Polizeieinsatz ausgelöst und die Sicherheit am Flughafen Leipzig/Halle erneut in den Mittelpunkt gerückt hatte. Bislang handelt es sich bei den Angaben zu den beiden Männern jedoch um Medieninformationen, die von den Ermittlungsbehörden noch bestätigt werden müssen.