Rom/Vatikanstadt. Erleichterung im Vatikan: Der Lungenkrebs von Papst Leo XIV. hat nach Angaben seiner behandelnden Ärzte nicht gestreut. Die abschließenden Untersuchungen des operativ entfernten Gewebes ergaben, dass der bösartige Tumor örtlich begrenzt war. Eine zusätzliche Krebstherapie sei deshalb nicht erforderlich, teilten die Mediziner am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, mit. Für das 71-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche ist dies eine wichtige Nachricht nach Tagen der Ungewissheit.
Krebsoperation am 13. Oktober erfolgreich
Papst Leo XIV. hatte sich am 13. Oktober im römischen Gemelli-Krankenhaus einer Operation unterzogen.
Dabei entfernten die Chirurgen den unteren Lappen seines rechten Lungenflügels. In diesem Bereich war zuvor ein verdächtiger Knoten entdeckt worden.
Der eigentliche Eingriff dauerte rund 90 Minuten und verlief nach Angaben der behandelnden Ärzte ohne Komplikationen.
Bereits während der Operation bestätigte eine Gewebeuntersuchung den Verdacht auf ein Lungenadenokarzinom. Dabei handelt es sich um eine häufige Form von Lungenkrebs.
Zunächst blieb allerdings offen, ob sich die Erkrankung bereits über den ursprünglichen Tumor hinaus ausgebreitet hatte.
Diese entscheidende Frage konnten die Ärzte nun beantworten.
Ärzte bestätigen: Keine Metastasen festgestellt
Die weiteren Gewebeuntersuchungen ergaben nach Angaben des medizinischen Teams, dass der Krebs lokal begrenzt war.
Hinweise auf eine Ausbreitung der Erkrankung wurden nicht festgestellt.
Damit gilt die Operation nach Einschätzung der behandelnden Ärzte als ausreichend. Eine anschließende Chemotherapie, Bestrahlung oder andere zusätzliche Krebstherapie ist derzeit nicht vorgesehen.
Die Nachricht ist von besonderer Bedeutung, weil das Vorhandensein von Metastasen wesentlichen Einfluss auf die Behandlung und die Prognose einer Krebserkrankung hat.
Dass bei Leo XIV. keine Ausbreitung festgestellt wurde, verbessert die medizinische Ausgangslage erheblich.
Dennoch bedeutet eine erfolgreiche Operation nicht, dass künftig auf ärztliche Kontrollen verzichtet werden kann. Nach einer Lungenkrebsbehandlung sind regelmäßige Nachuntersuchungen üblich.
Tumor wurde zufällig entdeckt
Bemerkenswert ist auch, wie die Erkrankung überhaupt festgestellt wurde.
Der bösartige Knoten fiel bei einer routinemäßigen Untersuchung des Bauchraums auf. Auf den entsprechenden Aufnahmen war auch ein Teil der unteren Lunge zu erkennen.
Dort entdeckten die Ärzte die auffällige Veränderung.
Nach Angaben des behandelnden Chirurgen Stefano Margaritora handelte es sich damit um einen Zufallsbefund.
Wäre der Tumor etwas weiter oben in der Lunge gelegen, hätte er bei dieser Untersuchung möglicherweise nicht erkannt werden können.
Die Entdeckung ermöglichte einen vergleichsweise frühen operativen Eingriff.
Papst konnte Krankenhaus bereits verlassen
Trotz der umfangreichen Lungenoperation erholte sich Leo XIV. nach Angaben seiner Ärzte zügig.
Bereits vier Tage nach dem Eingriff, am Samstag, dem 17. Oktober, konnte er das Gemelli-Krankenhaus verlassen.
Untersuchungen hatten zuvor einen zufriedenstellenden Heilungsverlauf gezeigt.
Auch seine Herzfunktion und die untersuchten Blutwerte gaben nach Angaben des medizinischen Teams keinen Anlass zur Sorge.
Nach seiner Entlassung nahm der Papst schrittweise wieder öffentliche und administrative Aufgaben wahr.
Dazu gehörten auch religiöse Veranstaltungen und Begegnungen mit Gläubigen.
Die Ärzte betonten allerdings, dass die körperliche Erholung nach einer solchen Operation Zeit benötigt.
Was bedeutet der Befund für seine Amtsführung?
Die Gesundheit eines Papstes hat besondere Bedeutung für die katholische Kirche.
Leo XIV. ist nicht nur das geistliche Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken weltweit, sondern erfüllt auch zahlreiche diplomatische und organisatorische Aufgaben.
Nach Bekanntwerden seiner Erkrankung war deshalb diskutiert worden, welche Auswirkungen die Operation auf seinen Terminkalender haben könnte.
Die jüngsten Untersuchungsergebnisse sind nun ein positives Signal.
Aus medizinischer Sicht besteht nach den bisherigen Angaben kein grundsätzlicher Anlass, seine Tätigkeit dauerhaft einzuschränken.
Dennoch dürften Ärzte und Mitarbeiter des Vatikans darauf achten, dass der Papst ausreichend Zeit zur Erholung erhält.
Südamerikareise weiterhin geplant
Besonders aufmerksam wird auf die für November geplante Reise nach Südamerika geblickt.
Vom 6. bis zum 17. November soll Leo XIV. Uruguay, Argentinien und Peru besuchen.
Für den ersten aus den Vereinigten Staaten stammenden Papst wäre dies eine bedeutende internationale Reise.
Nach Einschätzung seiner Ärzte spricht der bisherige Heilungsverlauf grundsätzlich nicht gegen eine Teilnahme.
Ob der umfangreiche Reiseplan vollständig umgesetzt werden kann, hängt allerdings weiterhin von seiner körperlichen Belastbarkeit und der weiteren Genesung ab.
Der Vatikan kann deshalb auch kurzfristige Anpassungen vornehmen.
Eine ungewöhnlich offene Kommunikation über die Erkrankung
Die Erkrankung des Papstes wurde vergleichsweise transparent öffentlich gemacht.
Bereits am 11. Oktober hatte Leo XIV. selbst während des Angelusgebets erklärt, dass Ärzte einen verdächtigen Knoten in seiner Lunge entdeckt hätten.
Er informierte die Gläubigen darüber, dass eine Operation bevorstehe, und bat um Gebete.
In den folgenden Tagen veröffentlichte der Vatikan regelmäßig Angaben zum Gesundheitszustand und zum Verlauf der Behandlung.
Mit der Bestätigung, dass der Krebs nicht gestreut hat, liegt nun auch eine Antwort auf die wichtigste bislang offene medizinische Frage vor.
Erleichterung nach Tagen der Sorge
Die Diagnose Lungenkrebs hatte weltweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Besonders die zunächst ungeklärte Frage nach möglichen Metastasen sorgte für Unsicherheit.
Mit den abschließenden Untersuchungsergebnissen zeichnet sich nun ein deutlich günstigeres Bild ab.
Die behandelnden Ärzte sehen gegenwärtig keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Krebstherapie. Im Mittelpunkt stehen die weitere Erholung und medizinische Nachsorge.
Für Papst Leo XIV. bedeutet dies, dass er sich nach einer schweren Operation auf seine Genesung und die schrittweise Rückkehr zu seinen Aufgaben konzentrieren kann. Die erfreulichen Befunde nehmen dem Vatikan eine erhebliche Sorge – auch wenn die medizinische Betreuung des Kirchenoberhauptes selbstverständlich fortgesetzt wird.