Sachsens Museen gehen mit einer ungewöhnlich breiten Auswahl großer Ausstellungen in den Herbst. In Dresden, Leipzig und Chemnitz reichen die Themen von italienischer Renaissance über DDR-Kunst bis zu jüdischen Sammlungen und der Geschichte militärischer Propaganda.

Damit bietet sich in den kommenden Wochen eine seltene Gelegenheit, sehr unterschiedliche Kapitel der europäischen Kunst- und Zeitgeschichte an einem Wochenende miteinander zu verbinden.

Dresden zeigt Correggio

In der Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger steht derzeit der italienische Renaissance-Maler Antonio Allegri, genannt Correggio, im Mittelpunkt.

Die Ausstellung „Correggio. Berührend menschlich“ ist die erste Retrospektive seines Gesamtwerks außerhalb Italiens.

Correggio gilt als einer der wichtigsten Maler der Renaissance. Bekannt wurde er insbesondere für seine Lichtführung, dynamischen Kompositionen und ungewöhnlich emotional dargestellten Figuren.

Die Ausstellung läuft bis Januar 2027.

Militärhistorisches Museum untersucht „Wunderwaffen“

Ein völlig anderes Thema behandelt das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden.

Die Ausstellung „Wunderwaffen“ untersucht das Zusammenspiel von Kriegstechnik und Propaganda im Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Waffen wie V1 und V2, die von der NS-Propaganda als angeblich kriegsentscheidende Technologien inszeniert wurden.

Die Ausstellung beschäftigt sich zugleich mit der Frage, wie solche Mythen bis heute in Popkultur und Verschwörungserzählungen fortleben.

Leipzig erinnert an jüdische Kunstsammler

Das Museum der bildenden Künste Leipzig widmet sich mit „Vier Wände voller Kunst“ den Sammlungen elf jüdischer Familien aus Leipzig.

Die Familien prägten vor der nationalsozialistischen Verfolgung das kulturelle Leben der Stadt.

Gezeigt werden rund 120 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Darunter befinden sich Werke bekannter Künstler wie Max Pechstein und Max Klinger.

Die Ausstellung thematisiert dabei auch die Rolle des Museums selbst während der Enteignungen im Nationalsozialismus.

DDR-Kunst kehrt aus den Depots zurück

Ebenfalls in Leipzig zeigt das Museum der bildenden Künste mit „Bilderkosmos #3“ Werke aus der eigenen Sammlung.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Kunst der DDR.

Neben bekannten Positionen werden Werke gezeigt, die lange nicht öffentlich zu sehen waren oder erstmals aus dem Depot geholt wurden.

Dazu gehören Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der Leipziger Schule ebenso wie zeitgenössische Positionen.

Chemnitz stellt Mattheuer-Paar gemeinsam aus

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren erstmals in größerem Umfang Werke von Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer gemeinsam.

Die Ausstellung „Allegorien des Lebens“ zeigt rund 200 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken.

Anlass sind die 100. Geburtstage des Künstlerpaares.

Während Wolfgang Mattheuer zu den bekanntesten Vertretern der Leipziger Schule gehört, rückt die Ausstellung ausdrücklich auch das eigenständige Werk seiner Frau stärker in den Mittelpunkt.

Kunstherbst bietet ungewöhnliche Bandbreite

Die aktuellen Ausstellungen zeigen, wie unterschiedlich Sachsens Museumslandschaft aufgestellt ist.

Renaissancekunst, DDR-Geschichte, jüdisches Mäzenatentum, militärische Propaganda und Gegenwartskunst stehen dabei unmittelbar nebeneinander.

Für Besucher entsteht damit im Herbst ein besonders breites Kulturangebot zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz.