Demmin. Ein Sturz mit schweren Folgen, ein unerwarteter Knochenbruch oder zunehmende Beschwerden im Rücken: Osteoporose kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders ältere Menschen sind betroffen. Doch die Erkrankung wird nicht immer rechtzeitig erkannt. Wie sich Knochenschwund feststellen und behandeln lässt, steht deshalb im Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags am Mittwoch, 28. Oktober 2026, im Kreiskrankenhaus Demmin.

Ab 17 Uhr informiert der renommierte Osteoporose-Experte Prof. Hans-Christof Schober über moderne und alltagstaugliche Möglichkeiten der Diagnostik, Vorbeugung und Therapie. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Wenn Knochen unbemerkt an Stabilität verlieren

Osteoporose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Schätzungen zufolge leben mehrere Millionen Menschen mit der Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Knochenschwund bezeichnet wird.

Bei Osteoporose nimmt die Widerstandsfähigkeit des Knochens ab. Dadurch steigt das Risiko, dass Knochen bereits bei vergleichsweise geringer Belastung brechen.

Besonders häufig betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren. Hintergrund sind unter anderem hormonelle Veränderungen, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen können. Allerdings ist Osteoporose keineswegs ausschließlich eine Frauenkrankheit. Auch Männer können daran erkranken.

Mit zunehmendem Lebensalter gewinnt das Thema weiter an Bedeutung.

Die Folgen können schwerwiegend sein: Knochenbrüche an der Wirbelsäule, der Hüfte oder am Handgelenk können Schmerzen verursachen, langwierige Behandlungen erforderlich machen und die Selbstständigkeit älterer Menschen einschränken.

Warum eine frühzeitige Diagnose wichtig ist

Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass Osteoporose über längere Zeit ohne eindeutige Beschwerden verlaufen kann.

Nicht jeder Betroffene bemerkt sofort, dass seine Knochen an Stabilität verlieren. Mitunter wird die Erkrankung erst erkannt, nachdem bereits ein Knochenbruch aufgetreten ist.

Umso wichtiger ist es, individuelle Risikofaktoren rechtzeitig zu berücksichtigen.

Dazu gehören beispielsweise ein höheres Lebensalter, bestimmte Vorerkrankungen, frühere Knochenbrüche und Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen können.

Auch die familiäre Krankengeschichte kann bei der Einschätzung des persönlichen Risikos eine Rolle spielen.

Für die ärztliche Diagnostik stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehört unter anderem die Knochendichtemessung, die bei entsprechender medizinischer Indikation Hinweise auf eine verminderte Knochenfestigkeit liefern kann.

Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von den persönlichen Risikofaktoren und der ärztlichen Einschätzung ab.

Prof. Schober erläutert moderne Behandlungsmöglichkeiten

Mit Prof. Hans-Christof Schober hat das Kreiskrankenhaus Demmin einen erfahrenen Spezialisten für Erkrankungen des Knochens gewonnen.

Schober war über viele Jahre Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Klinikum Südstadt Rostock. Er beschäftigt sich seit Langem wissenschaftlich und klinisch mit Osteoporose und wirkt an der Entwicklung medizinischer Behandlungsleitlinien mit.

Sein Vortrag trägt den Titel „Pragmatische Therapie der Osteoporose“.

Dabei geht es nicht allein um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern vor allem darum, wie sich diese im medizinischen Alltag und bei der Versorgung betroffener Menschen umsetzen lassen.

Schober wird erläutern, welche diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wann eine Behandlung notwendig wird und wie sich das Risiko weiterer Knochenbrüche senken lässt.

Auch Fragen zur Vorbeugung und zum langfristigen Umgang mit der Erkrankung gehören zum angekündigten Programm.

Die Veranstaltung ist fachlich insbesondere auf medizinisches Personal ausgerichtet. Ausdrücklich eingeladen sind jedoch auch Bürgerinnen und Bürger, die sich über Osteoporose informieren möchten.

Bewegung, Ernährung und Behandlung gehören zusammen

Bei der Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose spielen verschiedene Maßnahmen eine Rolle.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, Muskulatur, Gleichgewicht und Knochen zu stärken. Gerade im höheren Lebensalter ist die Sturzprävention von Bedeutung.

Auch eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D ist für den Knochenstoffwechsel wichtig. Ob zusätzliche Präparate notwendig sind, sollte allerdings individuell medizinisch beurteilt werden.

Bei erhöhtem Knochenbruchrisiko können darüber hinaus Medikamente erforderlich sein, die den Knochenabbau hemmen oder den Knochenaufbau unterstützen.

Entscheidend ist dabei, dass die Behandlung zum persönlichen Erkrankungsrisiko und zur gesundheitlichen Gesamtsituation passt.

Eine pauschale Therapie für alle Betroffenen gibt es nicht.

Der Vortrag in Demmin soll deshalb auch vermitteln, weshalb eine frühzeitige Abklärung und eine gezielte Behandlung so wichtig sind.

Besondere Bedeutung für die Altersmedizin in Demmin

Für das Kreiskrankenhaus Demmin besitzt das Thema einen unmittelbaren Bezug zur täglichen Patientenversorgung.

Das Krankenhaus verfügt über einen geriatrischen Schwerpunkt und behandelt damit auch Menschen, bei denen altersbedingte Erkrankungen, eingeschränkte Mobilität und die Folgen von Knochenbrüchen eine wichtige Rolle spielen.

Ein Bruch im höheren Lebensalter kann weitreichende Konsequenzen haben.

Nicht selten sind längere Krankenhausaufenthalte, Rehabilitation und zusätzliche Unterstützung im Alltag notwendig.

Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung können dazu beitragen, das Risiko solcher Komplikationen zu reduzieren.

Neben dem Schutz der körperlichen Gesundheit geht es deshalb auch darum, möglichst lange Selbstständigkeit und Lebensqualität zu bewahren.

Öffentlicher Vortrag am 28. Oktober

Die Informationsveranstaltung findet am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 17 Uhr im großen Konferenzraum des Kreiskrankenhauses Demmin statt.

Das Krankenhaus befindet sich in der Wollweberstraße 21.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss an den Vortrag erhalten die Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen.

Damit richtet sich die Veranstaltung sowohl an medizinisch Interessierte als auch an Menschen, die selbst von Osteoporose betroffen sind oder Angehörige unterstützen.

Das Kreiskrankenhaus möchte mit dem Vortrag dazu beitragen, über eine weitverbreitete Erkrankung aufzuklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Knochenbrüche verhindert und die Lebensqualität im Alter erhalten werden können.