Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ kehrt ins Große Haus des Staatstheaters Cottbus zurück. Die Wiederaufnahme ist für Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr angekündigt.

Weitere Vorstellungen folgen am 8. November um 19 Uhr und am 26. November um 19.30 Uhr.

Vom babylonischen Exil nach Sibirien

„Nabucco“ greift eines der prägendsten Kapitel der jüdischen Geschichte auf: das babylonische Exil.

Im Jahr 586 vor Christus eroberte König Nebukadnezar das Königreich Juda, ließ den Jerusalemer Tempel zerstören und große Teile der gesellschaftlichen Oberschicht nach Babylon deportieren.

Verdi machte aus diesem historischen Stoff eine Oper über Fremdherrschaft, Verlust, Glauben und Identität.

Besonders bekannt ist der Gefangenenchor „Va, pensiero“, der bis heute zu den populärsten Stücken der Oper zählt.

Norilsk wird zum Schauplatz

Regisseur Armin Petras verlegt die Handlung in seiner Inszenierung in die sibirische Stadt Norilsk.

Die Stadt liegt nördlich des Polarkreises und gilt als einer der extremsten Industriestandorte der Welt. Historisch entstand sie aus einem sowjetischen Gulag-Lager und entwickelte sich später zu einem bedeutenden Zentrum der Rohstoffförderung.

Petras nutzt diesen Ort als moderne Entsprechung für eine abgeschlossene, von Zwang und Isolation geprägte Welt.

Grenzen zwischen den Gruppen verschwimmen

Die Inszenierung verbindet damit das historische Motiv des babylonischen Exils mit einer modernen Geschichte von Ausgrenzung und Anpassung.

Im Mittelpunkt steht nicht nur die Gefangenschaft selbst, sondern auch die Frage, was mit Identität geschieht, wenn unterschiedliche Gruppen über lange Zeit zusammenleben.

Diese Perspektive passt auch zum Ende der Oper: Nabucco bekehrt sich zum Gott der Hebräer, und die Grenzen zwischen den Völkern beginnen sich aufzulösen.

Weitere Vorstellungen im November

Nach der Wiederaufnahme am 18. Oktober bleibt „Nabucco“ im Repertoire des Staatstheaters Cottbus.

Zwei weitere Aufführungen sind im November vorgesehen.