Cottbus. Zwei Generationen der berühmten Musikerfamilie Bach stehen im Mittelpunkt eines besonderen Jubiläumskonzerts in Cottbus. Am Sonnabend, dem 17. Oktober 2026, feiert der Kammerchor der Singakademie Cottbus sein 40-jähriges Bestehen mit dem Konzert „Bach trifft Bach“ in der Klosterkirche am Klosterplatz. Beginn ist um 18 Uhr. Gemeinsam mit dem BachConsort Cottbus und fünf Gesangssolisten präsentiert das Ensemble ein Programm, das die musikalischen Unterschiede zwischen Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel Bach hörbar macht.

Seit vier Jahrzehnten gehört der Kammerchor zum kulturellen Leben der Stadt. Das Jubiläum bietet nun Gelegenheit, auf seine Entwicklung zurückzublicken und zugleich die Vielfalt geistlicher Chormusik zu präsentieren.

Vater und Sohn Bach im musikalischen Vergleich

Im Zentrum des Konzertabends stehen zwei Vertonungen des biblischen Lobgesangs „Magnificat“. Sowohl Johann Sebastian Bach als auch sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach widmeten sich diesem Text und komponierten ihre Werke in derselben Tonart.

Dennoch unterscheiden sich die beiden Kompositionen deutlich.

Johann Sebastian Bach gestaltet das Magnificat mit der für ihn charakteristischen barocken Klangfülle. Festliche Chorpassagen, eindrucksvolle Orchesterklänge und klar gegliederte musikalische Strukturen bestimmen das Werk. Chor und Instrumentalensemble greifen dabei eng ineinander.

Carl Philipp Emanuel Bach wählt einen anderen musikalischen Ausdruck. Seine Vertonung ist beweglicher und empfindsamer gestaltet. Sie steht bereits an der Schwelle zu einer neuen musikalischen Epoche, in der individuelle Empfindungen und stärkere Kontraste zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Die Gegenüberstellung der beiden Werke verdeutlicht, wie sich musikalische Vorstellungen innerhalb einer Generation verändern konnten. Während der Vater zu den bedeutendsten Vertretern des Hochbarocks zählt, bereitete der Sohn mit seiner Kompositionsweise den Übergang zur Klassik vor.

Fünf Gesangssolisten begleiten das Jubiläumskonzert

Für die Aufführung konnte die Singakademie fünf Solisten gewinnen. Die Sopranpartien übernehmen Johanna Kaldewei und Miko Abe. Als Mezzosopranistin ist Luzia Tietze zu erleben.

Dirk Kleinke singt die Tenorpartien, während Heiko Walter als Bariton auftritt.

Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger vom BachConsort Cottbus und dem Kammerchor der Singakademie.

Die beiden Magnificat-Vertonungen stellen besondere Anforderungen an das Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solisten. Gerade die unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen der beiden Komponisten geben den Mitwirkenden Gelegenheit, die stilistischen Besonderheiten ihrer Werke herauszuarbeiten.

Geistliche Chormusik von Rutter bis Lauridsen

Das Jubiläumskonzert beschränkt sich nicht auf die Werke der Familie Bach. Weitere Kompositionen führen den musikalischen Bogen bis in die Gegenwart.

Mit „The Lord Bless You and Keep You“ des britischen Komponisten John Rutter steht ein bekanntes Werk moderner geistlicher Chormusik auf dem Programm. Seine ruhige, melodische Gestaltung bildet einen Kontrast zur festlichen Klangsprache des Barocks.

Hinzu kommt „Laudamus Te“ von Karl Jenkins. Auch der amerikanische Komponist Morten Lauridsen ist mit seinem Werk „Ubi Caritas et Amor“ vertreten.

Eine weitere Klangfarbe erhält der Abend durch „Lux Aeterna“ von Edward Elgar in einer Bearbeitung von John Cameron. Die Komposition basiert auf dem berühmten „Nimrod“ aus Elgars „Enigma-Variationen“.

Damit umfasst das Programm unterschiedliche Epochen und musikalische Ausdrucksformen. Die ausgewählten Werke zeigen, wie vielfältig Komponisten religiöse Texte und geistliche Themen über die Jahrhunderte musikalisch gestaltet haben.

Christian Möbius prägt seit 30 Jahren die Singakademie

Mit dem Jubiläum würdigt das Staatstheater Cottbus auch die langjährige Arbeit des Kammerchors und seiner musikalischen Leitung.

Seit 40 Jahren beschäftigt sich das Ensemble mit geistlicher und weltlicher Chormusik. Dabei gehören sowohl eigenständige Chorwerke als auch gemeinsame Aufführungen mit Instrumentalensembles und Gesangssolisten zum Repertoire.

Eine entscheidende Rolle spielt Chordirektor Christian Möbius. Seit inzwischen 30 Jahren liegt die musikalische Leitung der Singakademie Cottbus in seinen Händen.

In dieser Zeit hat er die künstlerische Entwicklung des Ensembles begleitet und unterschiedliche Generationen von Sängerinnen und Sängern zusammengeführt. Die kontinuierliche Proben- und Konzertarbeit bildet die Grundlage für die anspruchsvollen Aufführungen des Chores.

Das Jubiläumskonzert verbindet damit zwei besondere Anlässe: das 40-jährige Bestehen des Kammerchors und drei Jahrzehnte musikalische Leitung durch Christian Möbius.

Konzert am 17. Oktober in der Cottbuser Klosterkirche

Das Konzert „Bach trifft Bach“ findet am Sonnabend, dem 17. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Klosterkirche am Klosterplatz in Cottbus statt.

Mitwirkende sind der Kammerchor der Singakademie Cottbus, das BachConsort Cottbus sowie die Solisten Johanna Kaldewei, Miko Abe, Luzia Tietze, Dirk Kleinke und Heiko Walter.

Eintrittskarten sind beim Besucherservice des Staatstheaters Cottbus im Großen Haus am Schillerplatz 1 erhältlich. Die Theaterkasse ist telefonisch unter 0355 7824 242 erreichbar. Karten können außerdem über die Internetseite des Staatstheaters erworben werden.

Mit dem Festkonzert setzt die Singakademie ihre jahrzehntelange Chortradition fort und stellt zugleich die musikalische Entwicklung von der Barockzeit bis zur Gegenwart in den Mittelpunkt.