Brandis. Sechs Violoncelli, sechs junge Musiker und ein Programm, das mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte miteinander verbindet: Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, startet im Alten Ratskeller in Brandis eine neue Kammermusikreihe. Unter dem Titel „Campus trifft Konzertsaal“ bringt die Stadt gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Leipzig junge Künstler auf die Bühne. Den Auftakt gestaltet das internationale Celloensemble Motif, das mit Werken von Antonio Vivaldi, Astor Piazzolla und Edvard Grieg die Vielseitigkeit seines Instruments zeigen möchte.
Neue Konzertreihe verbindet Brandis mit Leipziger Musikhochschule
Mit der Reihe „Campus trifft Konzertsaal“ möchte die Stadt Brandis das kulturelle Angebot im Alten Ratskeller erweitern.
Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Junge Musikerinnen und Musiker erhalten die Möglichkeit, ihre künstlerischen Fähigkeiten einem Publikum außerhalb der Hochschule zu präsentieren.
Dabei soll ein persönlicher Konzertsaalrahmen entstehen, in dem anspruchsvolle Kammermusik unmittelbar erlebbar wird.
Ursprünglich war für den Eröffnungsabend ein Auftritt des Niels Gade Quartet vorgesehen. Wegen Terminüberschneidungen musste dieses Konzert jedoch verschoben werden.
Stattdessen übernimmt das 2026 gegründete Celloensemble Motif den Auftakt.
Sechs internationale Musiker bilden das Ensemble Motif
Das Ensemble vereint Jan Petrov, Sehee Hong, Zhifan Wang, Yutong Wei, Qihao Zhang und Koen Kang.
Die sechs Musiker bringen unterschiedliche kulturelle und musikalische Erfahrungen mit. Sie standen bereits auf internationalen Konzertbühnen, nahmen an Wettbewerben teil und wirkten an professionellen Orchesterprojekten mit.
Alle sechs sind nach Angaben der Stadt Brandis bereits im Gewandhaus zu Leipzig aufgetreten.
Zu den bisherigen Erfolgen einzelner Mitglieder gehören Auszeichnungen bei internationalen Violoncellowettbewerben, darunter der Gustav Mahler Cello Competition, der Jan Vychytil Cello Competition in Prag und der Osaka International Music Competition.
Auch solistische Auftritte mit renommierten Orchestern gehören zu ihren Erfahrungen.
Mit Motif widmen sich die Musiker nun gemeinsam der besonderen Klangwelt des Violoncellos.
Ihr Ziel ist es, das Repertoire für Celloensembles zu erweitern und unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen miteinander zu verbinden.
Von französischem Barock bis zu Vivaldis virtuosem Dialog
Die erste Hälfte des Konzertabends steht im Zeichen der Barockmusik.
Den Auftakt bildet eine Sonate für zwei Violoncelli in G-Dur des französischen Komponisten Jean-Baptiste Barrière.
Das Werk stellt das musikalische Wechselspiel zwischen zwei Instrumenten in den Mittelpunkt. Die Cellisten Jan Petrov und Sehee Hong übernehmen diesen Programmpunkt.
Anschließend erklingt Antonio Vivaldis Konzert für zwei Violoncelli in g-Moll, RV 531.
Das dreisätzige Werk gehört zu den bekannten Kompositionen für zwei solistische Celli und verbindet virtuose Passagen mit ruhigeren musikalischen Abschnitten.
Dabei treten die Solostimmen in einen lebendigen Dialog mit dem Ensemble.
Für das Publikum entsteht so die Gelegenheit, das Violoncello nicht nur als Begleitinstrument, sondern in seiner ganzen solistischen Ausdruckskraft kennenzulernen.
Piazzollas „Libertango“ bringt moderne Rhythmen ins Programm
Nach der Pause verändert sich die musikalische Atmosphäre.
Mit Guillaume Pâques „Souvenir de Curis“ steht zunächst ein lyrisches Werk für vier Violoncelli auf dem Programm.
Es folgt Astor Piazzollas berühmter „Libertango“.
Die Komposition verbindet traditionelle Elemente des argentinischen Tangos mit moderner Rhythmik und harmonischen Einflüssen.
Gerade durch das Zusammenspiel mehrerer Celli ergeben sich besondere Möglichkeiten, den kraftvollen Charakter dieses Werkes herauszuarbeiten.
Einen weiteren musikalischen Höhepunkt bildet Edvard Griegs „Holberg-Suite“.
Die ursprünglich für Streichorchester geschriebene Komposition greift historische Tanzformen auf und verbindet sie mit der Klangsprache der Romantik.
Auf dem Programm stehen unter anderem Präludium, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon.
Zum Abschluss ist Anton Bruckners „Locus iste“ als Zugabe vorgesehen. Dabei sollen noch einmal alle sechs Mitglieder gemeinsam zu hören sein.
Junger musikalischer Nachwuchs mit internationaler Erfahrung
Obwohl das Ensemble Motif erst 2026 gegründet wurde, verfügen seine Mitglieder bereits über zahlreiche Bühnenerfahrungen.
Dazu gehören Auftritte mit der Janáček-Philharmonie Ostrava, dem Gustav Mahler Philharmonic Orchestra und dem Kammerorchester des Prager Konservatoriums.
Weitere Verbindungen bestehen zur Chursächsischen Philharmonie und zur Jungen Kammerphilharmonie Sachsen.
Ein Mitglied trat zudem mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons im Leipziger Gewandhaus auf.
Diese unterschiedlichen Erfahrungen sollen in das gemeinsame Musizieren einfließen.
Die sechs Cellisten verbindet dabei die Begeisterung für Kammermusik und die Möglichkeiten ihres Instruments.
Konzert am 29. Oktober im Alten Ratskeller
Das Eröffnungskonzert der neuen Kammermusikreihe findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 19 Uhr im Alten Ratskeller am Markt 9 in Brandis statt.
Eintrittskarten sind während der Sprechzeiten im Rathaus, im ersten Obergeschoss, Zimmer 2.4, erhältlich.
Außerdem können Tickets während der Öffnungszeiten in der Stadtbibliothek am Markt 9 erworben werden.
Mit „Campus trifft Konzertsaal“ schafft die Stadt Brandis eine neue Verbindung zwischen kommunalem Kulturleben und der Leipziger Musikhochschule.
Der Auftakt mit sechs Violoncelli verspricht dabei ein Konzerterlebnis, das von barocker Eleganz über romantische Klangfarben bis zu den leidenschaftlichen Rhythmen des Tangos reicht.