Brandenburg an der Havel. Ein Doktortitel ohne Beteiligung einer Universität – was lange nur eingeschränkt möglich war, eröffnet Forschenden an Brandenburgs Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) nun neue Perspektiven. Mit der Gründung eines gemeinsamen Promotionskollegs und der Verleihung des Promotionsrechts können die vier beteiligten Hochschulen eigenständige Promotionsverfahren durchführen. Die Technische Hochschule Brandenburg (THB) widmet dieser Entwicklung eine neue Folge ihres Wissenschaftspodcasts „Wissen wirkt“.
Promotion ohne Universität wird möglich
Bislang waren Nachwuchswissenschaftler an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bei Promotionen häufig auf die Zusammenarbeit mit einer Universität angewiesen.
Das neue Promotionskolleg der vier brandenburgischen HAWs eröffnet nun einen eigenständigen Weg zum Doktorgrad. Promotionsverfahren können innerhalb des Kollegs ohne Universitätsbeteiligung durchgeführt werden.
Damit erhält die angewandte Forschung in Brandenburg zusätzliche Möglichkeiten, wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden und eigene Forschungsschwerpunkte weiterzuentwickeln.
In der aktuellen Podcastfolge erläutern die Moderatoren Dr. Jarne Jargow und Dr. Kathleen Schumann die Rahmenbedingungen des neuen Promotionsrechts.
Rund 100 Teilnehmer beim Promotionstag
Ein weiterer Schwerpunkt ist der gemeinsame Promotionstag der brandenburgischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.
Die Veranstaltung fand in diesem Jahr mit rund 100 Teilnehmern an der Technischen Hochschule Brandenburg statt.
Im Podcast kommen unter anderem Nicole Pacha, Referentin im brandenburgischen Wissenschaftsministerium, und Professor Sören Hirsch, THB-Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer, zu Wort.
Sie erläutern die Bedeutung des eigenständigen Promotionsrechts für die Wissenschaftslandschaft des Landes.
Auch Promovierende verschiedener Hochschulen berichten über ihre Forschungsthemen und Erfahrungen.
Forschung soll schneller in der Praxis ankommen
Zum Abschluss sprechen die THB-Professoren Robert Flassig und Andreas Jechow über die Chancen des neuen Promotionskollegs.
Aus ihrer Sicht bietet es die Möglichkeit, angewandte Forschung stärker sichtbar zu machen und wissenschaftliche Ergebnisse schneller in Wirtschaft und Gesellschaft zu übertragen.
Zugleich könnten Forschungsschwerpunkte gebündelt und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen verbessert werden.
Gerade für regionale Unternehmen kann eine engere Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Anwendung von Bedeutung sein.
Wissenschaftspodcast macht Forschung verständlich
Der Podcast „Wissen wirkt“ richtet sich nicht ausschließlich an Wissenschaftler, sondern auch an Menschen, die sich für technische Entwicklungen, Forschung und Innovation interessieren.
Die neue Folge über das Promotionsrecht ist unter anderem über Spotify und Apple Podcasts verfügbar.
Mit dem gemeinsamen Promotionskolleg stärken die brandenburgischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ihre wissenschaftliche Eigenständigkeit. Für Nachwuchsforscher entstehen neue Möglichkeiten, während Wirtschaft und Gesellschaft von einer engeren Verbindung zwischen Forschung und praktischer Anwendung profitieren könnten.