BAUTZEN. Ein gemeinsames Wochenende in einem Hotel soll eigentlich Klarheit schaffen. Claudia Nägele ist schwer erkrankt und ruft ihre Familie zusammen. Ihre Kinder und ihre Lieblingsenkelin Emilia sollen gemeinsam darüber beraten, wie mit ihrer Krankheit und den kommenden Entscheidungen umgegangen werden soll.

Doch aus dem geplanten Familienrat entwickelt sich schnell ein erbitterter Konflikt.

Alte Wunden brechen wieder auf

Der Tod von Claudias Mann nach einer Coronaimpfung hat die Familie entzweit. Seitdem stehen sich unterschiedliche Überzeugungen nahezu unversöhnlich gegenüber.

Auf der einen Seite stehen die jüngste Tochter Clara und ihr Mann Jonas. Beide arbeiten in der Finanzbranche und vertrauen konsequent auf die Schulmedizin.

Ihnen gegenüber stehen Sohn Sebastian, Waldorflehrer, und seine Frau Katrin, die als Heilpraktikerin arbeitet. Beide setzen stark auf alternative Heilmethoden.

Die älteste Tochter Laura fühlt sich innerhalb der Familie schon lange zurückgesetzt. Zwischen den Geschwistern brechen alte Verletzungen auf – und aus der Frage nach Claudias Zukunft wird ein Streit über Verantwortung, Zuneigung, Zurückweisung und gegenseitige Rücksichtnahme.

Gesellschaftlicher Konflikt im Familienkreis

Das Autorenduo Lutz Hübner und Sarah Nemitz greift mit „Wunderheiler“ aktuelle gesellschaftliche Spannungen auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen miteinander im Gespräch bleiben können, wenn ihre Vorstellungen von Gesundheit, Verantwortung und richtigem Handeln weit auseinanderliegen.

Dabei verbindet das Stück ernste Themen mit Humor und einem genauen Blick auf familiäre Beziehungen.

Premiere am 16. Oktober

Die Premiere findet am Freitag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr auf der Hauptbühne des Großen Hauses statt. Bereits um 19 Uhr gibt es im Ostfoyer eine Einführung in die Inszenierung.

Eine weitere Vorstellung ist für Sonntag, 18. Oktober, um 15 Uhr vorgesehen. Für diese Aufführung bietet das Theater eine kostenlose Kinderbetreuung für Kinder ab drei Jahren an.

Regie führt Alexander Marusch. Für die Ausstattung ist Tom Böhm verantwortlich, die Dramaturgie übernimmt Judith Zieprig.

Auf der Bühne stehen Gabriele Rothmann, Marian Bulang, Julia Klingner, Katja Reimann, Leonie Mann, Julia Leinweber und Jurij Schiemann.