Mehr als 3.500 Erstsemester haben zum Wintersemester 2026/27 ihr Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena begonnen. Am Donnerstag, 22. Oktober, wurden sie bei einer feierlichen Immatrikulation im Jenaer Volkshaus offiziell begrüßt. Der Studienbeginn fällt in eine besondere Phase der Hochschulentwicklung: Ab Januar 2027 wird die Universität den Titel Exzellenzuniversität tragen.

Mehr als 2.300 Studierende erstmals an einer Hochschule

Von den über 3.500 neuen Studierenden sind knapp 2.300 erstmals überhaupt an einer Hochschule eingeschrieben. Für sie beginnt in Jena ein neuer Lebensabschnitt, der neben akademischen Herausforderungen auch zahlreiche persönliche Erfahrungen mit sich bringen wird.

Die feierliche Immatrikulation bildete den offiziellen Auftakt des Studienjahres. Traditionell zogen der Senat sowie die Dekaninnen und Dekane der zehn Fakultäten in ihren Talaren in den Festsaal des Volkshauses ein.

Universitätspräsident Prof. Dr. Andreas Marx begrüßte die neuen Studierenden und verwies auf die besonderen Perspektiven, die sich durch die Auszeichnung als Exzellenzuniversität eröffnen.

„Sie beginnen Ihr Studium in einer besonderen Zeit für unsere Universität. Die Auszeichnung als Exzellenzuniversität ist für uns Anerkennung und Ansporn zugleich“, erklärte Marx.

Die Auszeichnung biete neue Möglichkeiten durch eine engere Verbindung von Forschung und Lehre, fachübergreifende Zusammenarbeit und internationale Erfahrungen.

Universitätspräsident ruft zu kritischem Denken auf

In seiner Ansprache hob Marx insbesondere die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit hervor.

Eine exzellente Universität zeichne sich nicht allein durch herausragende Forschung und gute Studienbedingungen aus. Entscheidend sei auch, dass Studierende frei denken, eigene Positionen entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch hinterfragen könnten.

„Wissenschaftsfreiheit bedeutet, frei zu forschen, zu lehren und zu lernen – und diese Freiheit gemeinsam verantwortungsvoll zu nutzen“, betonte der Universitätspräsident.

Er ermutigte die Erstsemester, sich aktiv an der Entwicklung der Universität zu beteiligen, eigene Ideen einzubringen und wissenschaftliche Diskussionen mitzugestalten.

Mit dem bevorstehenden Exzellenzstatus verbindet die Universität Jena die Erwartung, ihre wissenschaftlichen Möglichkeiten und ihre internationale Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Gesprächsrunde informiert über das Studentenleben

Durch die Festveranstaltung führte die ehemalige Studentin Lea Deubner.

Ein traditioneller Bestandteil der Immatrikulation war die symbolische Aufnahme von zehn Studierenden in die Universitätsgemeinschaft. Sie erhielten jeweils einen sogenannten Bürgerbrief.

Darüber hinaus beschäftigte sich eine Gesprächsrunde mit dem Studienalltag in Jena.

Vertreterinnen und Vertreter der Universität, der Stadtverwaltung, des Studierendenwerks Thüringen und des Hochschulsports stellten unterschiedliche Angebote für Studierende vor.

Dabei ging es unter anderem um Beratungs- und Unterstützungsangebote, sportliche Aktivitäten sowie Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung.

Die neuen Studierenden erhielten damit einen Überblick über das Leben außerhalb der Hörsäle und Seminarräume.

Universität zeichnet beste Absolventen aus zehn Fakultäten aus

Neben der Begrüßung der Erstsemester stand die Würdigung herausragender Studienleistungen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Gemeinsam mit der Gesellschaft ihrer Freunde und Förderer verlieh die Universität Jena die Examenspreise für besonders erfolgreiche Studienabschlüsse des vergangenen Studienjahres.

Ausgezeichnet wurden:

• Maksym Boichura – Theologische Fakultät • Lukas Scheler – Rechtswissenschaftliche Fakultät • Amelie Spitze – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät • Vanessa Engel – Philosophische Fakultät • Clara Schultz – Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften • Marta Imke – Fakultät für Mathematik und Informatik • Felix Wanitschke – Physikalisch-Astronomische Fakultät • Celina Titze – Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät • Nina Seiffert – Fakultät für Biowissenschaften • Angelique Loreen Runkel – Medizinische Fakultät

Der Preis für das beste Lehramtsexamen ging an Sarah Godding.

Ihre Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Gesprächsführung und der Förderung eigenständigen Denkens im Politikunterricht.

DAAD-Preis für gesellschaftliches Engagement

Eine besondere Ehrung erhielt der 28-jährige Amar Diab aus Algerien.

Der Absolvent des Masterstudiengangs Chemie – Energie – Umwelt wurde mit dem diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ausgezeichnet.

Der mit 1.000 Euro dotierte Preis würdigt internationale Studierende, die sich durch hervorragende akademische Leistungen und besonderes gesellschaftliches Engagement hervorgetan haben.

Amar Diab unterstützte als Welcome Buddy und Teamer beim Welcome Café internationale Studierende beim Ankommen in Jena.

Dabei half er ihnen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden, Kontakte zu knüpfen und sich in das universitäre Leben zu integrieren.

Darüber hinaus engagierte er sich in der Fahrradwerkstatt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und als ehrenamtlicher Nachbarschaftshelfer.

Mit der Auszeichnung würdigt die Universität sowohl seine Studienleistungen als auch seinen Einsatz für das gesellschaftliche Miteinander.

Rosskastanie erinnert an neuen Studierendenjahrgang

Zum Abschluss der Feierlichkeiten fand die traditionelle Baumwidmung statt.

In diesem Jahr wurde eine Rotblühende Rosskastanie im Garten des Astrophysikalischen Instituts, der Villa Lambrecht im Schillergässchen 2, dem neuen Studierendenjahrgang gewidmet.

Die Baumwidmung gehört zu den besonderen Traditionen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und soll dauerhaft an den Beginn des jeweiligen Studienjahres erinnern.

Für die mehr als 3.500 Erstsemester markiert die Immatrikulationsfeier den offiziellen Eintritt in die Universitätsgemeinschaft.

Mit dem bevorstehenden Status als Exzellenzuniversität beginnt zugleich ein neuer Abschnitt in der Entwicklung der traditionsreichen Thüringer Hochschule.