Ein Pfirsichbaum aus Frankreich soll künftig im Branitzer Park an die Freundschaft zwischen Cottbus und seiner Partnerstadt Montreuil erinnern. Am Freitag, 23. Oktober 2026, pflanzten Oberbürgermeister Tobias Schick und Montreuils Bürgermeister Patrice Bessac den Baum im wiederhergestellten Frühbeethof der Schlossgärtnerei. Gleichzeitig wurden neue Kooperationsvereinbarungen mit Montreuil und der italienischen Partnerstadt Grosseto unterzeichnet. Begleitet wird das internationale Treffen von Jugendbegegnungen und mehreren öffentlichen Veranstaltungen.
Pfirsichbaum aus Frankreich als Zeichen der Freundschaft
Seit 1959 verbindet Cottbus und die französische Stadt Montreuil eine offizielle Städtepartnerschaft. Nun hat diese langjährige Beziehung im Branitzer Park ein sichtbares Symbol erhalten.
Gemeinsam pflanzten Cottbus' Oberbürgermeister Tobias Schick und sein französischer Amtskollege Patrice Bessac einen Pfirsichbaum im historischen Frühbeethof der Branitzer Schlossgärtnerei.
Der Standort wurde bewusst ausgewählt. Denn zwischen der französischen Stadt Montreuil und der Gartenkunst von Fürst Hermann von Pückler-Muskau bestehen historische Verbindungen.
Die Pflanzung war Teil eines trinationalen Treffens, bei dem Vertreter aus Cottbus, Montreuil und der italienischen Partnerstadt Grosseto zusammenkamen.
Zugleich unterzeichneten die Städte Kooperationsvereinbarungen, um ihre Zusammenarbeit fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Oberbürgermeister Tobias Schick würdigt internationale Freundschaften
Für Oberbürgermeister Tobias Schick steht die Partnerschaft beispielhaft für die Bedeutung internationaler Beziehungen auf kommunaler Ebene.
„Die Partnerschaft mit Montreuil wird buchstäblich Früchte tragen“, erklärte Schick mit Blick auf den gepflanzten Pfirsichbaum.
Aus den langjährigen Verbindungen seien Freundschaften entstanden, die für Verständigung, Friedenswillen und gemeinsames Engagement stehen.
Besonders begrüßte Schick, dass auch die Partnerschaft mit der italienischen Stadt Grosseto wieder intensiviert wird.
Neben Montreuil gehört auch die polnische Stadt Zielona Góra zu den engen internationalen Partnern von Cottbus.
Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem Jugendbegegnungen, Stadtentwicklung, Sport, Integration und kulturelles Erbe.
Montreuil betont die Bedeutung von Begegnungen für den Frieden
Auch Montreuils Bürgermeister Patrice Bessac unterstrich die Bedeutung der seit 67 Jahren bestehenden Partnerschaft.
Sie leiste einen wichtigen Beitrag zur Kultur des Friedens, insbesondere durch gemeinsame Aktivitäten junger Menschen.
Entscheidend sei, dass Menschen aus unterschiedlichen Ländern einander kennenlernen, Vertrauen aufbauen und persönliche Beziehungen entwickeln.
Die beiden Städte pflegen bereits verschiedene Formen des Jugendaustauschs.
Dazu gehört beispielsweise das InterTwined-Festival am Cottbuser Piccolo-Theater.
Solche Veranstaltungen ermöglichen jungen Menschen, internationale Kontakte zu knüpfen und gemeinsame kulturelle Erfahrungen zu sammeln.
Cottbus belebt Partnerschaft mit italienischem Grosseto
Neben den deutsch-französischen Beziehungen stand auch die Zusammenarbeit mit Grosseto im Mittelpunkt.
Die Städtepartnerschaft zwischen Cottbus und der italienischen Stadt besteht seit 1967.
Nach einer längeren Phase mit vergleichsweise wenigen gemeinsamen Aktivitäten wurden die Kontakte im Jahr 2026 wieder intensiviert.
Erste Begegnungen zwischen Schulen haben bereits stattgefunden. Weitere sportliche Austauschprojekte befinden sich in Planung.
Außerdem soll demnächst eine Gruppe von Italienischlernenden der Cottbuser Volkshochschule nach Grosseto reisen.
Unterstützt wird das Vorhaben durch das europäische Förderprogramm Erasmus+.
Fausto Turbanti, Vorsitzender des Stadtrats von Grosseto, bezeichnete die Städtepartnerschaft als wertvollen Bestandteil der internationalen Zusammenarbeit.
Gemeinsam wolle man insbesondere jungen Menschen neue Begegnungen und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Historische Gartenkunst verbindet Montreuil und Branitz
Der neu gepflanzte Pfirsichbaum besitzt auch eine besondere gartenhistorische Bedeutung.
Die französische Stadt Montreuil wurde bereits im 17. Jahrhundert für ihre außergewöhnlichen Pfirsichmauern bekannt.
Diese sogenannten „Murs à pêches“ bestanden aus kilometerlangen Mauersystemen, die Sonnenwärme speicherten und Obstbäume vor Wind und niedrigen Temperaturen schützten.
Dadurch konnten wärmeliebende Pfirsiche unter günstigeren Bedingungen angebaut werden.
Die Technik gelangte im 19. Jahrhundert auch nach Preußen.
Der französische Obstzüchter Alexis Lepère der Jüngere entwickelte entsprechende Anlagen und errichtete 1863 im Auftrag des preußischen Königspaares Obsttreibmauern im Babelsberger Park.
Dessen gärtnerische Gestaltung war ebenfalls mit Fürst Hermann von Pückler-Muskau verbunden.
Damit reicht die Verbindung zwischen Montreuil, Babelsberg und Branitz weit über die moderne Städtepartnerschaft hinaus.
Frühbeethof von Fürst Pückler wiederhergestellt
Der historische Frühbeethof im Branitzer Park wurde ursprünglich 1853 und 1854 angelegt.
Er befindet sich zwischen dem Ananashaus und der ehemaligen Baumuniversität.
Im Jahr 2026 wurden Teile der historischen Anlage nach ursprünglichem Vorbild wiederhergestellt.
Dazu gehören insbesondere Stampflehmmauern, die in der sogenannten Pisé-Bauweise errichtet wurden.
Die Mauern orientieren sich an traditionellen europäischen Gartenbautechniken und schaffen geschützte Bereiche für den Pflanzenanbau.
Ergänzend entstanden zwei Reihen massiver Frühbeetkästen mit hölzernen Abdeckungen.
Weitere Elemente sind Pflanzspaliere für Aprikosen und Pfirsiche sowie rekonstruierte Mauern mit Toren und Pfeilern.
Die Wiederherstellung erfolgte auf Grundlage gartenarchäologischer Untersuchungen.
Gefördert wurde das Vorhaben durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“.
Kinder übernehmen Patenschaften für historische Pflanzen
Der Frühbeethof soll künftig nicht nur als historisches Gartendenkmal dienen.
Nach seiner Wiederherstellung wird die Anlage wieder für den Anbau von Obst, Gemüse, Kräutern und Zierpflanzen genutzt.
Auch Kinder aus den Cottbuser Fröbel-Kindergärten werden dabei einbezogen.
Sie übernehmen Patenschaften für Pflanzen in den Frühbeetkästen und lernen auf diese Weise historische Gartenarbeit kennen.
Das Angebot gehört zur langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz und der Fröbel-Gruppe.
Die Kooperation knüpft an die historische Freundschaft zwischen Fürst Pückler und dem Pädagogen Friedrich Fröbel an.
Die Kinder sollen dabei nicht nur Wissen über Pflanzen erwerben, sondern auch einen praktischen Zugang zu Natur, Nachhaltigkeit und kulturellem Erbe erhalten.
30 Jugendliche aus drei Ländern begegnen sich in Cottbus
Parallel zum offiziellen Städtepartnertreffen findet vom 20. bis 25. Oktober eine internationale Jugendbegegnung statt.
Insgesamt 18 Jugendliche aus Montreuil und Grosseto sind in Cottbus zu Gast.
Gemeinsam mit zwölf Cottbuser Jugendlichen erkunden sie die Stadt, nehmen an Workshops teil und lernen einander kennen.
Das Programm wird durch das Deutsch-Französische Jugendwerk unterstützt.
Zu den Aktivitäten gehört auch eine gemeinsame Fahrt zum Deutschen Bundestag.
Besonders im Mittelpunkt stehen dabei die persönlichen Begegnungen zwischen den Jugendlichen.
Die Organisatoren wollen dadurch das gegenseitige Verständnis fördern und langfristige Freundschaften ermöglichen.
Street-Soccer-Cup und internationale Feier am Samstag
Am Samstag, 24. Oktober 2026, werden die Feierlichkeiten mit mehreren öffentlichen Veranstaltungen fortgesetzt.
Um 10 Uhr beginnt auf dem Montreuiler Platz der erste Cottbuser Städtepartnerschafts-Street-Soccer-Cup.
Jugendliche aus den beteiligten Partnerstädten können sich dabei sportlich miteinander messen.
Für 13.30 Uhr sind die Siegerehrung und die Einweihung des Montreuiler Platzes vorgesehen.
Am Abend folgt ab 21 Uhr im Gladhouse die zweite „French Night“, die in diesem Jahr unter dem zusätzlichen Motto „Italian Flair“ steht.
Bis 22 Uhr ist der Eintritt kostenlos.
Die Stadt lädt ausdrücklich auch die Cottbuser Bevölkerung ein, an den Veranstaltungen teilzunehmen.
Internationale Partnerschaften sollen weiter wachsen
Mit dem trinationalen Treffen will Cottbus seine langjährigen Beziehungen zu Montreuil und Grosseto weiter festigen.
Die Unterzeichnung neuer Kooperationsvereinbarungen, die Jugendbegegnungen und die gemeinsamen Veranstaltungen sollen dafür eine Grundlage schaffen.
Besonders die wiederbelebte Verbindung nach Grosseto eröffnet neue Möglichkeiten für schulische, kulturelle und sportliche Projekte.
Der Pfirsichbaum im Branitzer Park bleibt als dauerhaftes Symbol der deutsch-französischen Freundschaft bestehen.
Damit verbindet Cottbus internationale Zusammenarbeit mit der historischen Gartenkunst von Fürst Pückler und der Zukunft des kulturellen Austauschs in Europa.