Brandenburg an der Havel plant für die Jahre 2027 bis 2030 Investitionen von insgesamt rund 100 Millionen Euro. Ein großer Teil des Geldes soll in die Erneuerung von Brücken und Straßen fließen. Damit reagiert die Stadt auf den hohen Sanierungsbedarf ihrer Verkehrsinfrastruktur.
Nach Angaben der Leiterin der städtischen Kämmerei, Nadin Scheller, bilden mehrere Brückenprojekte die größten Einzelposten des Investitionsprogramms.
Drei Brücken kosten die Stadt rund 20 Millionen Euro
Zu den wichtigsten Vorhaben gehören die Kanalbrücke, die Wredowbrücke und die Brücke am Altstadt-Bahnhof. Für diese drei Projekte muss die Stadt nach den bisher veröffentlichten Planungen zusammen rund 20 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufbringen.
An der Brücke am Altstadt-Bahnhof laufen bereits Bauarbeiten. Die Fertigstellung des Gesamtvorhabens ist nach derzeitiger Planung für 2029 vorgesehen.
Neben den Brücken sollen auch Straßen, Wege und weitere Teile der kommunalen Infrastruktur erneuert werden.
Haushaltswünsche übersteigen die verfügbaren Mittel
Die angemeldeten Investitionswünsche der Fachbereiche lagen zunächst über dem finanziell möglichen Rahmen. Die Kämmerei musste die Planungen deshalb kürzen und zeitlich ordnen.
Damit dürfte nicht jedes gewünschte Projekt bis 2030 umgesetzt werden. Vorrang erhalten voraussichtlich Vorhaben, bei denen Sicherheitsmängel bestehen, Förderfristen eingehalten werden müssen oder bereits Verträge und Planungen vorliegen.
Schulprojekte noch nicht vollständig enthalten
In der Investitionssumme von rund 100 Millionen Euro sind weitere mögliche Großprojekte offenbar noch nicht vollständig berücksichtigt. Dazu gehören ein mögliches neues Schulzentrum am Wiesenweg sowie Erweiterungen an bestehenden Gymnasien.
Sollten diese Vorhaben hinzukommen, könnte der tatsächliche Finanzbedarf der Stadt deutlich steigen.
Baustellen werden den Verkehr über Jahre prägen
Das Bauprogramm bedeutet nicht nur neue und sicherere Infrastruktur. Es bringt zugleich langfristige Sperrungen, Umleitungen und Einschränkungen für Pendler, Anwohner und Unternehmen.
Besonders bei Brückenbauwerken sind Ersatzverbindungen häufig nur begrenzt verfügbar. Eine sorgfältige zeitliche Abstimmung der einzelnen Projekte wird deshalb entscheidend sein.
Kostensteigerungen bleiben ein Risiko
Materialpreise, Baukosten und zusätzliche technische Anforderungen können langfristige Projekte verteuern. Auch Gerichtsurteile oder veränderte Vergaberegeln können nachträglich höhere Belastungen für kommunale Haushalte auslösen.
Die Stadt muss daher ausreichend Reserven einplanen und regelmäßig prüfen, ob die veranschlagten Summen weiterhin ausreichen.
Investitionen sollen jahrelangen Sanierungsstau abbauen
Die geplanten 100 Millionen Euro zeigen, wie groß der Nachholbedarf bei Straßen und Brücken ist. Gleichzeitig bietet das Programm die Chance, zentrale Verkehrswege dauerhaft zu sichern.
Für Bürger wird wichtig sein, dass die Stadt frühzeitig über Bauzeiten, Umleitungen, Kostenentwicklungen und mögliche Verzögerungen informiert.
Quellen
- Stadt Brandenburg an der Havel: Verkehrsentwicklungsplanung und langfristiger Investitionsbedarf im städtischen Verkehrsnetz.