Zwischen Traditionsschiffen, Hafenbecken und den Besuchermassen der Hanse Sail wird Wissenschaft in diesem Jahr besonders anschaulich. Die Universität Rostock zeigt vom 6. bis 9. August, wie medizinische Notfälle behandelt werden, warum ein Kanu aus Beton schwimmen kann und welche Physik hinter den Abenteuern von James Bond steckt.

Science@Sail startet am Donnerstag

Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, 6. August, um 13 Uhr auf der Science@Sail-Bühne im Rostocker Stadthafen. Das Gelände erstreckt sich zwischen der Haedge-Halbinsel und dem Braugasthaus „Zum Alten Fritz“.

Zur Eröffnung werden die Rektorin der Universität Rostock, Prof. Elizabeth Prommer, Wissenschaftsministerin Bettina Martin sowie Dr. Christiane Stehle von der Universitätsmedizin Rostock erwartet.

Unter dem Motto „Unsere Forschung – Dein Alltag“ soll das bislang umfangreichste Science@Sail-Programm Forschung verständlich und ohne Zugangshürden präsentieren.

Schockraum öffnet mitten im Stadthafen

Zu den auffälligsten Programmpunkten gehört eine Live-Schockraumsimulation der Universitätsmedizin Rostock am 8. August um 15 Uhr. Besucher können dabei verfolgen, wie ein medizinisches Team einen schwer verletzten Patienten unter Zeitdruck untersucht und behandelt.

Die Vorführung soll zeigen, wie Ärzte, Pflegekräfte und weitere Fachleute im Notfall zusammenarbeiten. Dabei werden nicht nur technische Abläufe sichtbar, sondern auch die klare Aufgabenverteilung und Kommunikation im Behandlungsteam.

Was James Bond mit Wissenschaft zu tun hat

Unter dem Titel „Geschüttelt, nicht gerührt“ widmet sich ein weiterer Beitrag der Wissenschaft hinter James Bond. Dabei geht es um physikalische und technische Fragen, die durch Filme und bekannte Szenen angeregt werden.

Das Format verbindet Unterhaltung mit Forschung und zeigt, dass sich selbst populäre Filmfiguren als Ausgangspunkt für wissenschaftliche Erklärungen eignen.

Studierende bauen ein Kanu aus Beton

Ein ungewöhnliches Projekt präsentieren Studierende mit ihrem Betonkanu. Obwohl Beton gewöhnlich mit schweren Bauwerken verbunden wird, können entsprechend konstruierte Boote schwimmen und sogar bei Regatten eingesetzt werden.

Die Studierenden erklären, wie Form, Materialverteilung und Auftrieb zusammenspielen. Das Projekt verbindet Bauingenieurwesen, handwerkliche Arbeit und Teamgeist.

Long Covid und medizinisches Wissen im Internet

Auch gesundheitliche Fragen stehen im Mittelpunkt. Ein Programmpunkt beschäftigt sich mit Long Covid bei Kindern und den Erkenntnissen sechs Jahre nach Beginn der Pandemie.

Prof. Markus Kipp spricht darüber, wie medizinisches Wissen aus dem Hörsaal in soziale Netzwerke gelangt. Dabei geht es auch um die Frage, wie Fachinformationen verständlich vermittelt werden können, ohne sie zu stark zu vereinfachen.

Forschende diskutieren über die Ostsee

Ein großes Ostsee-Panel bringt Wissenschaftler der Universität Rostock, des Thünen-Instituts und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde zusammen. Gemeinsam mit Ramon Gerwien wollen sie über den Zustand und die Zukunft des Meeres sprechen.

Die Ostsee ist durch Erwärmung, Nährstoffeinträge, Sauerstoffmangel und intensive Nutzung stark belastet. Für Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern besitzt ihre Entwicklung deshalb eine besondere Bedeutung.

Schiffssimulator und Forschungskatamaran

Besucher können außerdem einen Schiffssimulator erleben und den Forschungskatamaran „Limanda“ kennenlernen. Das Schiff wird für wissenschaftliche Arbeiten auf der Ostsee eingesetzt.

Mitmachangebote für Kinder und ein wechselndes Bühnenprogramm sollen auch Familien ansprechen, die während der Hanse Sail spontan am Wissenschaftsbereich vorbeikommen.

Science@Sail zeigt damit, dass Forschung nicht hinter verschlossenen Labortüren stattfinden muss. Im Stadthafen wird sie für vier Tage sichtbar, verständlich und unmittelbar erlebbar.

Quellen

• Universität Rostock: Einladung und Programm zu Science@Sail 2026, 3. August 2026
• Universitätsmedizin Rostock: Informationen zur Live-Schockraumsimulation, 3. August 2026
• Universität Rostock, Thünen-Institut und Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde: Angaben zum Ostsee-Panel, 3. August 2026