Kultur

Grundstein für neues Eingangsgebäude gelegt

15,6 Millionen Euro für das Lutherhaus: Wittenberg erneuert das Herz der Reformation

Das Lutherhaus in Wittenberg wird für 15,6 Millionen Euro saniert und erweitert. Im Herbst 2027 soll eine neue Dauerausstellung eröffnen. Das Projekt ist mehr als eine Museumsmodernisierung: Deutschland investiert in einen der wichtigsten Erinnerungsorte seiner Geschichte – mitten im Osten.

Wittenberg

Neues Führungsduo übernimmt Thüringens größtes Festival für Gegenwartskunst

Kunstfest Weimar 2026 startet mit rund 100 Veranstaltungen: Kultur darf kein abgeschottetes Millionenprojekt werden

Vom 21. August bis 6. September bringt das Kunstfest Weimar Theater, Musik, Tanz, Film und Ausstellungen in die Stadt und weitere Orte Thüringens. Rund 100 Veranstaltungen und ein neues Festivalzentrum sollen Besucher anziehen. Doch ein öffentlich finanziertes Kulturfest muss mehr leisten als internationale Namen: Es muss die Menschen im Osten erreichen, regionale Künstler beteiligen und messbare wirtschaftliche Impulse für Weimar schaffen.

Weimar

Stadtrat entscheidet über historisches Erbe

Haus der Frau von Stein vor dem Neuanfang: Weimars älteste Kunstschule soll das Denkmal retten

Nach jahrelangem Stillstand bekommt das Haus der Frau von Stein eine neue Perspektive. Die Weimarer Mal- und Zeichenschule soll das bedeutende Baudenkmal sanieren und zu einem offenen Kulturforum entwickeln. Nach den Fehlern des früheren Verkaufs muss die Stadt diesmal jedoch streng kontrollieren, ob Finanzierung, Denkmalschutz und öffentliche Nutzung dauerhaft gesichert sind.

Weimar

Lyonel Kunstpreis 2026 verliehen

Bauhaus-Preis für „Subsistenzprovisorium“: Weimar zeigt, warum Kunst wieder Können und Wirklichkeit braucht

Der Bauhaus-Absolvent Jakob Elias Meyer erhält den Lyonel Kunstpreis 2026 für eine Arbeit, die landwirtschaftliche Geräte in rätselhafte Kunstobjekte verwandelt. Bemerkenswert ist vor allem die Verbindung aus Handwerk, ländlicher Lebenswelt und Kritik an industrieller Massenproduktion. Weimar erinnert damit an eine alte Bauhaus-Stärke: Kunst darf modern sein, ohne Können, Material und Herkunft zu verleugnen.

Weimar

Neues Finanzierungsabkommen bis 2031

32 Millionen Euro jährlich für Weimars Kulturerbe: Warum Deutschland seine geistige Mitte im Osten schützen muss

Bund, Thüringen und die Stadt Weimar sichern der Klassik Stiftung jährlich 32,43 Millionen Euro zu. Das Geld schützt Goethes und Schillers Erbe, bedeutende Sammlungen und mehrere UNESCO-Welterbestätten. Doch steigende Bau- und Personalkosten gefährden die Substanz. Weimar braucht mehr als feierliche Worte: Deutschlands kulturelles Gedächtnis im Osten muss dauerhaft gesichert werden.

Weimar

Stadtverordnete sichern rund 200 Kunstschaffenden eine letzte Frist – langfristiger Erhalt bleibt ausgeschlossen

Rechenzentrum darf bis 2033 bleiben: Potsdams Kulturkompromiss verschiebt den Abriss nur um sieben Jahre

Das Potsdamer Rechenzentrum darf als Kunst- und Kreativhaus bis zum 31. Juli 2033 weitergenutzt werden. Damit ist die unmittelbar drohende Schließung zunächst abgewendet. Der politische Kompromiss löst den Grundkonflikt jedoch nicht: Die städtischen Sanierungsziele sehen weiterhin den Rückbau des DDR-Gebäudes und die Anlage eines Stadtplatzes neben dem rekonstruierten Turm der Garnisonkirche vor. Für die Kunstschaffenden beginnt damit ein siebenjähriger Wettlauf um eine dauerhafte Zukunft.

Potsdam

Festival verwandelt den Theatervorplatz bis zum 23. August in eine große Freilichtbühne

Kulturarena Jena startet durch: Mehrere Sommerkonzerte bereits ausverkauft

Die Kulturarena Jena ist in ihre Saison 2026 gestartet. Bis zum 23. August stehen Konzerte, Filmnächte, Theater und Familienveranstaltungen auf dem Programm. Mehrere besonders gefragte Abende sind bereits ausverkauft – darunter Bosse, Von Wegen Lisbeth, Max Herre und Joy Denalane sowie die Sportfreunde Stiller. Für Jena ist das Festival weit mehr als Unterhaltung: Es belebt die Innenstadt und stärkt den Ruf der Stadt als Kulturstandort.

Jena

Generalplaner übernimmt eines der größten Bauprojekte der Stadt

Geras Kulturpalast schließt für fast fünf Jahre: Kann die KuK-Sanierung die Innenstadt retten?

Das Kultur- und Kongresszentrum Gera steht vor einer jahrelangen Sanierung. Ab Januar 2027 endet der reguläre Veranstaltungsbetrieb, ab April gehört das Gebäude vollständig den Bauleuten. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2031 geplant – pünktlich zum 50. Geburtstag des Hauses. Für Gera ist das Projekt eine historische Chance, zugleich droht der Innenstadt der Verlust ihres wichtigsten Veranstaltungsmagneten.

Gera

Kultur begleitet den Strukturwandel

Lausitz Festival 2026: Corinna Harfouch und Götz Schubert spielen „Hamlet“ im Cottbuser Flugzeughangar

Vom 25. August bis 13. September wird die Lausitz erneut zur großen Kulturbühne. Das Lausitz Festival bringt Theater, Musik, Literatur, Kunst und philosophische Gespräche an 22 Spielstätten in 14 Orten zwischen Brandenburg und Sachsen. Höhepunkt ist eine neue „Hamlet“-Inszenierung mit Corinna Harfouch, Götz Schubert und Linn Reusse in einem ehemaligen Flugzeughangar in Cottbus. Gleichzeitig muss das Festival mit deutlich weniger Bundesmitteln auskommen.

Ostregion

Thüringens großer Kultursommer beginnt

Kulturarena Jena startet: Wie ein Theaterplatz zum kulturellen Mittelpunkt Thüringens wird

Mit einer modernen „Kassandra“-Inszenierung hat die Kulturarena Jena ihre Saison 2026 eröffnet. Bis zum 23. August stehen 57 Veranstaltungen auf dem Programm – darunter 37 Konzerte, Theater, Kinderangebote und 15 Open-Air-Filmabende. Mehrere Auftritte sind bereits ausverkauft. Das Festival zeigt, wie Kultur eine ganze Innenstadt beleben kann. Doch steigende Kosten und wetterabhängige Besucherzahlen bleiben ein Risiko.

Jena

Millioneninvestition in deutsches Kulturerbe

15,6 Millionen Euro für das Lutherhaus: Wittenberg bewahrt einen Ort von Weltrang

Am Lutherhaus in Wittenberg ist der Grundstein für ein neues Eingangsgebäude gelegt worden. Insgesamt 15,6 Millionen Euro fließen in Sanierung, Barrierefreiheit, Sicherheit und eine neue Dauerausstellung. Im Herbst 2027 soll das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt wieder vollständig öffnen. Das Vorhaben zeigt, welche Bedeutung historische Orte für Sachsen-Anhalt, den Tourismus und das kulturelle Gedächtnis Deutschlands besitzen.

Wittenberg

Brandenburg bewahrt seine Technikgeschichte

Wiege des deutschen Rundfunks wieder geöffnet: Der Funkerberg sendet zurück in die Zukunft

Nach vier Jahren Bauzeit ist das Museum Funkerberg in Königs Wusterhausen wieder geöffnet. Ein neuer barrierefreier Eingang, modernisierte Ausstellungsräume und historische Rundfunktechnik sollen die Geschichte des Sendestandortes neu erlebbar machen. Für Brandenburg ist das Museum weit mehr als eine Sammlung alter Radios: Hier begann vor mehr als 100 Jahren der Rundfunk in Deutschland.

Brandenburg

Geschichte, Herrschaft und Natur in Brandenburg

„Jagd und Macht“: Neue Ausstellung zeigt die dunkle Geschichte der Schorfheide

Kaiser, NS-Größen und DDR-Funktionäre nutzten die Schorfheide nicht nur als Jagdrevier, sondern auch als abgeschirmten Raum für politische Beziehungen, Privilegien und Machtdemonstrationen. Ein neues Dokumentationszentrum im Jagdschloss Groß Schönebeck arbeitet diese Geschichte nun umfassend auf. Die Ausstellung zeigt, wie eng Jagd, Herrschaft und der Umgang mit der Landschaft über Jahrzehnte miteinander verbunden waren.

Brandenburg

Besucherrekord in Mecklenburg-Vorpommern

210.000 Gäste bei Airbeat One: Wie ein kleines Städtchen zum Kulturzentrum Europas wird

Neustadt-Glewe hat fünf Tage lang im Takt elektronischer Musik gelebt. Nach Angaben der Veranstalter kamen 210.000 Gäste zum Airbeat-One-Festival – so viele wie nie zuvor. Rund 350 Künstler bespielten zehn Bühnen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das Festival längst mehr als eine riesige Party: Es ist ein Wirtschaftsfaktor, ein internationales Aushängeschild und ein Beispiel dafür, was Kultur im ländlichen Raum leisten kann.

Mecklenburg-Vorpommern